Erster Saisonsieg: Langenfeld lebt – und wie!

Handball-Abstiegskampf: Erster Saisonsieg: Langenfeld lebt – und wie!

Der Drittligist machte beim Keller-Konkurrenten MTV Großenheidorn aus dem 11:16-Rückstand einen deutlichen 40:29-Erfolg.

Die belastende Serie ist vom Tisch und die Jagd kann von vorne beginnen. Für den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) war das 270 Kilometer entfernte Steinhuder Meer eine Reise wert, dann nach neun Niederlagen hintereinander holte das bis dahin alleine in der Klasse sieglose Team von Trainer Markus Becker seinen ersten Erfolg in der neuen Saison – und der war sogar erstaunlich hoch. Nach dem 40:29 (19:19) beim MTV Großenheidorn fielen allen Beteiligten endlos viele größere Steine vom Herzen. Langenfeld bleibt zwar mit 3:19 Punkten Letzter, kann jedoch das rettende Ufer sehen. Die gefährliche Zone beginnt beim Zwölften Großenheidorn (6:14), das derzeit wie der TuS Volmetal (5:17) gerettet wäre. Runter müssten das Team HandbALL Lippe (5:17), die SG VTB/Altjührden (3:17) und Langenfeld.

Trainer Becker, der nach dem dritten Spieltag und dem desaströsen 25:41 gegen den TVS GWD Minden II den bisherigen Coach Jurek Tomasik abgelöst hatte, sah das Resultat persönlich mit Genugtuung – weil es ihm ebenfalls die ersten Punkte als Hauptverantwortlicher fürs Drittliga-Team bescherte. Grundsätztlich ging es ihm aber eher um das Wohl der Mannschaft: „Wir feuen uns alle riesig und wir sind mega-glücklich. Wir haben uns belohnt und einen der direkten Konkurrenten geschlagen.“ Das hohe Resultat könnte wichtig werden, wenn beide Kontrahenten am Ende der Saison dieselbe Punktzahl haben – weil dann der direkte Vergleich über die Abschluss-Platzierung entscheidet.

In Niedersachsen deutete zunächst wenig darauf hin, dass Langenfeld einen Feiertag erleben könnte. „Das lief zunächst völlig in die falsche Richtung“, bestätigte Becker, „der große Druck, den wir uns gemacht haben, war zu spüren. Keiner wollte einen Fehler machen.“ Der MTV nahm die allgemeine Verunsicherung dankend an und legte eine komfortable Führung vor. Beim Stande von 8:12 (15.) gab es eine erste Auszeit der SGL, die dennoch mit fünf Treffern in Rückstand geriet – 10:15 (19.), 11:16 (21.). Anschließend machte sich immer mehr bemerkbar, dass Langenfeld seine Abwehr vom System mit einem vorgezogenen Spieler auf die noch offensivere 4:2-Variante umgestellt hatte. Bis zur Pause konnten die Gäste zum 19:19 (30.) ausgleichen, ehe sie am Anfang der zweiten Hälfte die Wende weiterführten – 26:20 (43.). Becker war begeistert: „Wir haben endlich mal den Spieß umdrehen können.“ In Zahlen ergab sich hier ein 15:4-Lauf.

Später hätte es erneut spannend werden können, weil auch Großenheidorn alles gab und in Überzahl auf 27:30 (51.) verkürzte. Passend zu diesem Abend aus Gäste-Sicht: Die SGL, bei der Vinzenz Preisseger eine Zeitstrafe absaß, antwortete durch Mats Heyde in Unterzahl mit dem 31:27 (52.). Endgültig gelaufen war die Partie mit dem Siebenmeter von Jan Hüfken zum 33:28 (53.) und dem 34:28 (55.) von Maurice Meurer. Dass die Gäste jetzt weitere sechs Treffer drauflegten, hatte unter anderem mit den Hausherren zu tun, die in ihrer aussichtslosen Lage das höchste Risiko wählten – und von konzentriert abschließenden Langenfelden konsequent bestraft wurden.

  • Handball : SGL muss ohne Meurer weiterkämpfen

Herausragende Werfer in einer geschlossen auftretenden Mannschaft waren der seit Wochen überzeugend auftrumpfende Felix Korbmacher (neun Treffer) und Maurice Meurer, der in seinem Comeback-Spiel nach langer Verletzungspause (Knie) acht Tore beisteuerte. Jedes einzelne war besonders wertvoll, weil Linkshänder Henrik Heider früh aussteigen musste (umgeknickt) und Meurer im rechten Rückraum aushalf. Ein Extralob hatte Trainer Becker für Torhüter Christian Thommessen, der vor der Pause den Keeper-Kollegen Alexander Riebau ablöste und glänzende Paraden zeigte.

Den Kampf um den Klassenerhalt setzt die am kommenden Wochenende spielfreie SGL am 17. November (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenfünften TuS Spenge fort (14:8 Punkte). Becker ist optimistisch: „Ich glaube, dass Spenge nicht unschlagbar ist.“ Die sportlich lebenswichtigen Aufgaben der restlichen Hinrunde gibt es allerdings erst danach – am 24. November (18 Uhr) beim Team HandbALL Lippe II, am 1. Dezember (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen Volmetal und am 8. Dezember (19.30 Uhr) bei der SG VTB/Altjührden. Die Jagd geht weiter.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (1), Jung (6), Wolter, Preissegger, Hüfken (6/3), Heyde (4), Schirweit (1), Korbmacher (9), Boelken (4), Raschke (1), Meurer (8).

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