Lokalsport: Entfesselte Elfen entzaubern den VfL Oldenburg

Lokalsport : Entfesselte Elfen entzaubern den VfL Oldenburg

Bayers Handballerinnen gewannen auswärts 29:24.

Manchmal kann Sport einfach sein. Zuletzt mussten Bayers Handballerinnen eine Menge Kritik einstecken. Vergangene Woche stellte Trainerin Renate Wolf nach einer desolaten Vorstellung gegen Metzingen sogar die Charakterfrage. Die Elfen gaben die Antwort auf dem Feld. Sie siegten nicht nur überraschend beim VfL Oldenburg mit 29:24, sondern entzauberten den Spitzenklub vor dem Seitenwechsel regelrecht. 22:7 führten die famosen Rheinländerinnen zur Pause. "Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt. Das war eine perfekte erste Halbzeit mit einer richtig guten Torhüterin", hob Wolf die Leistung von Vanessa Fehr hervor.

Zunächst einmal gelang den bislang in dieser Saison so gebeutelten Leverkusenerinnen vom Start weg fast alles, dem personell angeschlagenen VfL so gut wie nichts.

Auf die stärkste Halbzeit der Saison folgte eine nur schwer erklärliche Vorstellung in den zweiten 30 Minuten. Der Spielverlauf bis dahin trug sicher einen Teil dazu bei, dass die Oldenburgerinnen plötzlich mit dem Mut der Verzweiflung angriffen. Aber das langt nicht als Erklärung dafür, weshalb von 15 Treffern Vorsprung nur noch fünf übrig blieben - und das Gefühl, dass es mit ein paar Minuten mehr noch mal eng geworden wäre. So taugt die Partie sowohl als Beleg, was dieses Team zu leisten vermag als auch als eine Warnung, wie gefährlich es werden kann bei Mängeln in der Konzentration.

Unter dem Strich stand aber ein Sieg, den sich der Außenseiter redlich verdient hat. Das Erfolgserlebnis soll nicht nur als kurzfristiger Launemacher dienen, sondern auch Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben spenden. Denn die haben es wieder in sich: Am Sonntag, 15. November, kommt es zum Nachbarschaftsduell mit dem starken Aufsteiger Borussia Dortmund. Außerdem muss Bayer vor der WM-Pause noch zum Spitzenreiter nach Bietigheim.

Elfen: Gaiovych, Fehr, Centini - Seidel (1), Braun, Heldmann, Glankovicova, Adams (3), Karolius (4), Naidzinavicius (8/4), Ruthenbeck, Berndt (1), Janouskova (1), Burkholder, Schilk (5), Rode (6).

(RP)
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