Fußball : Eine unglaubliche Saison

In der Fußball-Landesliga werden beinah an jedem Wochenende wieder neue Prognosen wertlos. Mittendrin mischen auch die gefährdeten HSV Langenfeld und TuSpo Richrath mit. Der Ausgang der Serie – völlig ungewiss.

Die Fußball-Landesliga hat inzwischen gut ein Drittel der Saison 2011/2012 zurückgelegt. Sicher ist allerdings bisher nur, dass so gut wie nichts sicher ist – weder oben noch unten. Vorne tummeln sich in der Gruppe 2 der Erste FC Remscheid (29 Punkte) und der Zweite SV Uedesheim (26), Die beiden Top-Teams konnten aber zum Beispiel in Duellen mit TuSpo Richrath keine Klasse nachweisen.

 Zum Weglaufen: TuSpo-Trainer Marek Lesniak konnte beim mageren Richrather Auftritt gegen Eller manchmal nur noch wegsehen.
Zum Weglaufen: TuSpo-Trainer Marek Lesniak konnte beim mageren Richrather Auftritt gegen Eller manchmal nur noch wegsehen.

Gegen Uedesheim gelang Richrath sogar ein 3:0 und gegen Remscheid gabs nach einem äußerst unglücklichen Verlauf ein 2:3. TuSpo steckt trotz dieser guten Resultate selbst mächtig in der Klemme, denn Platz 15 gilt zu hundert Prozent als der erste richtig heiße Stuhl im Aufzug nach unten.

Und in dem sitzt weiter auch der HSV Langenfeld, der erst am Sonntag mit dem 6:1-Sieg gegen TuRU Düsseldorf II für eine dicke Überraschung sorgte. Jene TuRU hatte gerade mal eine Woche zuvor die Richrather in zahlreichen Szenen spielstark beherrscht (3:0) und ließ sich nun von den vorher neun Mal hintereinander sieglosen Langenfeldern beinah vorführen. Der HSV schaffte durch den unerwarteten Dreier sogar den Sprung auf Platz 14, der am Ende die Rettung bedeuten kann – aber keineswegs muss.

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Offene Entwicklung

Klar ist nach den Bestimmungen des Verbandes Niederrhein bloß eins: "Am Ende der Spielrunde steigen aus jeder der drei Gruppen die drei Vereine mit der geringsten Punktzahl und Platzierung in die Bezirksliga ab." Der Rest ist gewohnt vage und hängt vor allem davon ab, wie sich die Dinge oberhalb der Landesliga entwickeln werden. Vier Absteiger für jede Landesliga-Gruppe sind durchaus denkbar.

Während der HSV von Beginn an damit gerechnet hatte, jederzeit in den Kampf gegen den Abstieg verwickelt zu sein, liegen die Verhältnisse in Richrath deutlich anders. Der Verein war vor der Saison felsenfest davon überzeugt, auf jeden Fall einen Platz in sicheren Gefilden gebucht zu haben. Es kam allerdings alles ganz anders. Und am 8. Oktober trennte sich der Verein von seinem Trainer Michael Kezmann, dem einige nach nur vier Punkten aus sieben Spielen zu viel autoritäres Verhalten und andere einen Mangel an Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Jugend-Abteilung vorwarfen.

Als Nachfolger kam Ex-Profi Marek Lesniak, der eher als Kumpeltyp durchgeht. So wars selbst nach dem jüngsten 3:5-Desaster gegen den TSV Eller 04: "Ich kann und werde jetzt nicht auf die Jungs draufhauen. Das macht doch auch nichts besser." Vorher hatte der 47-Jährige die Aussichten für den Rest des Jahres klar formuliert: "Wir müssen mindestens drei unserer fünf Spiele bis Weihnachten gewinnen."

Vier Spiele, neun Punkte?

Der erste Versuch gegen Eller ging daneben, sodass vier Chancen für wenigstens neun Zähler bleiben. Ob sich das beim Letzten SC Union Nettetal (Samstag, 16 Uhr), gegen den Sechsten VdS Nievenheim (27. November), beim Vorletzten Wersten 04 (4. Dezember) und beim Viertletzten HSV Langenfeld (18. Dezember) ohne Weiteres bewerkstelligen lässt, wird sich erst zeigen. Sicher ist sowieso nur, dass in dieser Landesliga nichts sicher ist.

(RP/rl)