Leichtathletik : Eine Sandkastenliebe

Auf den letzten Drücker qualifizierte sich Weitspringer Moritz Löhr mit 6,80 Metern für die Deutschen Jugendmeisterschaften U 18. Der 17-Jährige will hier nicht nur einfach mitmachen – sondern in den Endkampf.

Für Moritz Löhr ist der Start bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften U 18 eine kleine Sensation. Schließlich löste der Schüler erst vor Kurzem das Ticket, als ihm Ende Juni in Krefeld-Uerdingen bei den Nordrhein-Meisterschaften mit 6,80 Metern im Weitsprung eine perfekte Punktlandung gelang. Der 17-Jährige, der für die SG Langenfeld (SGL) unterwegs ist, nimmt zwar am 21./22. Juli in Mönchengladbach-Rheydt zum ersten Mal an Deutschen Meisterschaften teil, kennt aber keinen zu großen Respekt – und steckt sich deshalb das eine oder andere Ziel.

Vor der aktuellen Saison hatte Moritz nicht mal im Traum an einen DM-Start gedacht, weil seine Bestleistungen kaum die 6,20 Meter überschritten. "Im Winter habe ich dann mit einem professionelleren Training begonnen – und plötzlich kam eine deutliche Steigerung", berichtet Löhr, der sich kontinuierlich verbesserte. "Erst waren es 6,55 Meter, dann 6,72 Meter. Nur acht Zentimeter fehlten und die wollte ich knacken", erklärt Moritz. Bei den Nordrhein-Meisterschaften am 24. Juni erreichte er schließlich jene magische 6,80-Meter-Marke.

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Über den letzten Versuch

"An diesem Tag hat es geschüttet wie aus Eimern", erzählt Löhr. Gleichzeitig machte er es richtig spannend, denn erst der sechste und damit letzte Sprung brachte ihm Gewissheit. Dass es derart knapp zuging, beeinflusst den Ehrgeiz trotzdem kein bisschen: "Ich weiß, dass ich bisher nur die Mindestweite erreicht habe. Aber ich will in den Endkampf. Sonst wäre ich kein Sportler."

Moritz tummelte sich bereits im Kindergartenalter regelmäßig auf der Leichtathletik-Anlage der SGL am Fahler Weg und hielt als Vierjähriger die erste Urkunde in der Hand. Seit dieser Zeit gehört der Sport zu seinem Leben. "Mit 13 habe ich gemerkt, dass Weitsprung meine Stärke ist", sagt der Leichtathlet, der zugleich immer wieder was Neues probierte. So testete er für eine Weile die amerikanische Ballsportart Lacrosse.

Realistisches Urteil

Drei bis vier Leichtathletik-Einheiten pro Woche und Klavierunterricht füllten jedoch seinen Zeitplan zur Genüge. Schließlich schlug das Herz für den Weitsprung höher und Moritz blieb der Sandkastenliebe Leichtathletik treu. Der Blick in die Zukunft fällt dabei trotz allem realistisch aus. "Ich denke nicht, dass ich mein Geld mit Weitsprung verdienen kann. Das können nur die wenigsten", sagt Moritz Löhr, der 2013 am Konrad-Adenauer-Gymnasium sein Abitur macht und sich für später ein bestimmtes berufliches Feld vorstellen kann: "Ich will auf jeden Fall etwas mit Sport machen." Ganz konkret schwebt ihm der Sportjournalismus vor.

(esc)