Volleyball : Eine Hammer-Saison

Die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld stehen vor einer aufregenden Serie. Durch die neue 3. Liga wird der Klassenerhalt als oberstes Ziel schwieriger. Trainer Michael Wernitz muss zudem ein neues Team formen.

Eine normale Spielzeit sieht anders aus und die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) müssen sich auf eine ungewöhnliche Saison 2011/2012 einstellen. Die beiden am Ende ganz vorne platzierten Mannschaften dürfen zwar weiter auf einen Startplatz in der 2. Bundesliga hoffen, doch für viele andere wird es unruhig. Den Teams, die stets um den Klassenerhalt bangen, droht sogar der Absturz in die fünftklassige Oberliga. Der Grund: Um die Spitzenteams der acht Regionalligen näher an das Niveau der Bundesliga heranzuführen, beschloss der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) die Einführung einer 3. Liga mit vier Staffeln zum Beginn der Spielzeit 2012/2013. "Das wird eine knüppelharte Saison", glaubt SGL-Trainer Michael Wernitz.

Um an der neuen Elite-Liga teilnehmen zu dürfen, ist ein Platz unter den ersten vier Teams in der Abschlusstabelle der kommenden Saison erforderlich. "Ich weiß allerdings noch nicht, ob wir das als Ziel unbedingt haben wollen. Wir könnten dann auch samstags in Emlichheim und sonntags in Bremen spielen müssen", sagt Wernitz. Eine höhere Priorität als die Qualifikation für die 3. Liga hat zunächst der Klassenerhalt in der Regionalliga – die bald als vierte Klasse gilt. "Das ist für uns das oberste Ziel und dann können wir den Blick auf einen gesicherten Mittelfeldplatz werfen", erklärt der Trainer, dessen Team ein deutlich verändertes Gesicht hat.

Ferger nach Leverkusen

Besonders schwer dürfte der Abgang von Außenangreiferin Sandra Ferger wiegen. Die 20-Jährige erarbeitete sich in der vergangenen Saison nicht nur einen Stammplatz, sondern offensichtlich auch das Interesse anderer Vereine – und nun nahm sie das Angebot des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen an. Wernitz: "Das hat mir wehgetan – weil sie ein klasse Mädchen ist und sich bei uns super entwickelt hat. Auf der anderen Seite macht es einen aber stolz. Denn wir haben ihr helfen können, sich so zu entwickeln. Wenn man so eine Chance bekommt, soll man sie nutzen."

Birgit Schoel, Marina Blehinger (beide Karriereende), Sabine Müller (Düsseldorfer SC 99/Oberliga) sowie Carolin Heise (Ziel unbekannt) haben den Verein ebenfalls verlassen. Zuspielerin Patricia Nubi will aufgrund ihres Dienstes bei der Bereitschaftspolizei in Düsseldorf kürzertreten und steht nur noch im Notfall zur Verfügung. Neu sind in Rückkehrerin Sarah Man (FCJ Köln) und Jacqueline Kucybala (Bayer Leverkusen II) zwei gestandene Regionalliga-Spielerinnen.

Die Form fürs Ganze

Hinzu kommen die Nachwuchskräfte Franziska Voigtländer (22), Meike Reimann (19) und Jessica Ebert (24), die mit Bayer Leverkusen III in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Oberliga schafften. "Jetzt müssen wir sehen, dass ich aus dem Ganzen was geformt kriege. Am Ende sollten zehn Akteure dabei herauskommen, die man untereinander wechseln kann, die auf dem Feld zusammenpassen und im richtigen Moment ihre Leitung abrufen können", erklärt Wernitz. Eine normale Saison wartet ja nicht auf seine Mannschaft.

(-ham)