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Eine gute Stunde ist zu wenig für Baumberg

Fußball : Eine gute Stunde ist zu wenig für Baumberg

Der Oberligist muss sich nach einer 2:0-Führung im Heimspiel gegen die SSVg. Velbert noch mit einem 2:2 begnügen.

Fabian Spitzer traf die richtigste seiner Entscheidungen auf den letzten Drücker. Als sich Spieler beider Seiten gerade voreinander aufgebaut hatten, um höchst unterschiedliche Standpunkte sehr intensiv auszutauschen, griff der Unparteiische aus Homberg zur Pfeife und beendete die Partie in der ersten Minute der Nachspielzeit. Damit löschte er erstens das Feuer, das gerade völlig unnötig aufzulodern drohte. Und zweitens machte er ein 2:2 (1:0)-Unentschieden amtlich, das in der Addition beider Hälften völlig in Ordnung ging. Baumberg hatte vor der Pause klare Vorteile, während die auf Rang sieben liegenden Gäste besonders in der letzten halben Stunde zum Teil deutlich besser aussahen. Das Team von SFB-Trainer Francisco Carrasco bleibt mit jetzt 48 Zählern auf dem zweiten Rang – hinter dem souveränen Spitzenreiter VfB Homberg (60), aber vor dem Dritten 1. FC Bocholt (46).

Den ersten Höhepunkt im Anschluss an eine ereignislose Auftakt-Viertelstunde hatten die Hausherren, als der Distanzschuss von Tim Knetsch an der Unterkante der Latte landete (17.). Es folgte die stärkste Phase der Sportfreunde, die Ball und Gegner mit viel Disziplin gut kontrollierten. Einen Beleg fürs überdurchschnittlich hohe fußballerische Potenzial gab es in der 23. Minute, als sich Wiren Bhaskar auf der linken Seite entschlossen durchsetzte und das Spielgerät in den Rücken der Velbert Abwehr passte. Dort stand Louis Klotz und vollendete wuchtig zum 1:0.

Zwei Szenen der Gäste hätten die Baumberger warnen müssen – was aber wohl nicht passierte und sich später noch auswirken sollte. Erst klärte der starke Innenverteidiger Kosi Saka einen Schuss von Leroy-Jacques Mickels vor der Linie (33.), ehe der Velberter Angreifer 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel den linken Außenpfosten traf (46.). Auf den richtigen Weg schien dann trotzdem Baumberg einzubiegen, weil sich die Defensive der SSVg. einen Schnitzer aus der Kategorie katastrophal erlaubte. Der plötzlich völlig freie Tim Knetsch nahm das Geschenk dankend an und erzielte die 2:0-Führung (59.), die viele wohl für die Entscheidung hielten.

Hätte Roberto Guirino genauer gezielt, wäre Baumberg vielleicht am Ziel gewesen, doch der Mittelfeldmann schoss drüber (70.). Dann war Mickels-Zeit – denn der ebenso schnelle wie technisch versierte Offensiv-Mann platzierte den Ball vom linken Strafraum-Eck aus hoch zum 1:2-Anschluss in den rechten Winkel (70.). „Natürlich hat er das sensationell schön gemacht“, urteilte Redouan Yotla, „aber das müssen wir auf der anderen Seite auch besser lösen. Der darf niemals so frei sein.“

Yotla, der diesmal nach der Partie fürs gesamte Trainerteam aus Francisco Carrasco, Michael Rentmeister, Hayreddin Maslar und sich selbst sprach, fiel sieben Minuten später eneut aus allen Wolken. Da fälschte Lukas Fedler einen Schuss von Aliosman Aydin so ab, dass SFB-Keeper Daniel Schwabke plötzlich keine Abwehrchance mehr hatte – 2:2 (77.). Anschließend stand noch zweimal der eingewechselte Ali Daour im Mittelpunkt. Erst stolperte Daour und leitete dadurch einen nicht ungefährlichen Velberter Konter ein (83.). Keine 60 Sekunden darauf stand er auf der anderen Seite im Strafraum frei und ließ die Gelegenheit zum Sieg der Baumberger aus (84.), die das Unentschieden trotzdem eher positiv werteten. „Wir haben eine Stunde lang ein gutes Spiel gemacht und nehmen diesen Punkt einfach mit“, sagte Yotla. Die richtigste aller Entscheidungen an diesem Nachmittag traf trotzdem Schiedsrichter Spitzer.