Fußball : Eine Frage der Nerven

Für den Fußball-Landesligisten HSV Langenfeld ist das Spiel beim SC Union Nettetal die vorletzte Etappe im Abstiegskampf. Trainer Guido Röhrig wirkt zuversichtlich – und er verlangt mehr Lautstärke: "Wir sind zu ruhig."

Für den Fußball-Landesligisten HSV Langenfeld ist das Spiel beim SC Union Nettetal die vorletzte Etappe im Abstiegskampf. Trainer Guido Röhrig wirkt zuversichtlich — und er verlangt mehr Lautstärke: "Wir sind zu ruhig."

Zwei Wochen sind an der Burgstraße vergangen — zwei Wochen, in denen die Landesliga-Fußballer des HSV Langenfeld das bittere 1:2 gegen den Tabellenletzten Linner SV verdauen mussten. Die drei Punkte waren im Abstiegskampf eigentlich fest eingeplant. Doch weil alles anders kam, steckt die Mannschaft von Trainer Guido Röhrig nun wieder mitten im dicksten Schlamassel. "Wir wissen, dass wir mit einem Sieg fast durch gewesen wären. Aber ich will das jetzt nicht alles negativ darstellen. Wenn man erst am zwölften Spieltag den ersten Saisonsieg holt und dann am Ende trotzdem noch alles in der Hand hat, zeugt das von einer guten Moral", findet Röhrig. Der Coach ist deswegen vor dem Auftritt beim SC Union Nettetal (Sonntag, 15 Uhr) vor allem bemüht, die Stimmung in der Mannschaft zu heben.

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Spielerisch überzeugte der HSV in den vergangenen Wochen meistens. Der Kampf um den Klassenerhalt ist jedoch zur reinen Nervensache geworden — was andere Qualitäten fordert. "Wir brauchen Typen auf dem Platz, die mal laut werden. Es ist mir immer etwas zu ruhig", meint Röhrig. Der Appell geht besonders in die Richtung der Kapitäne Daniel Gerhardt und Michael Otten, die selbst meistens Vorbilder in Sachen Einsatz und Kampf sind.

Kandidaten-Quartett

Das Abstiegs-Szenario ist zwei Runden vor dem Ende so spannend wie selten. Nach Lage der Dinge sind vier Teams akut bedroht, am Schluss den letzten Abstiegsplatz einnehmen zu müssen. Erster Kandidat und momentan unter dem Strich ist der SV Wersten 04 (33 Punkte/Torverhältnis minus sieben). Davor stehen der HSV (33/minus zwei), der SV Uedesheim (34/minus 13) und der TSV Bayer Dormagen (34/minus fünf).

Langenfeld hat als Vorteile neben dem besten Torverhältnis auch das vermeintlich einfachere Restprogramm. So muss Wersten noch gegen den Zweiten TuS Grevenbroich und beim Spitzenreiter VfR Krefeld-Fischeln antreten. Dass das in einer verrückten Landesliga vielleicht wenig bedeutet, haben die letzten Monate zur Genüge bewiesen.

Eingeschränkte Pflicht

Personell muss Röhrig in Nettetal auf die rotgesperrten Jens Hülsen und Christian Engels verzichten. Carsten Elm (Bänderverletzung) dürfte ebenfalls ausfallen. Bei Michael Mollek (im Training verletzt) besteht Hoffnung auf einen Einsatz. "Unser Vorteil ist, dass wir nicht das Spiel machen müssen. Dabei haben wir in dieser Saison eigentlich immer ganz gut ausgesehen", glaubt der HSV-Coach, für den nicht unbedingt alle drei Punkte die Pflicht sind: "Wir haben erst einmal ein 0:0. Wenn die Ergebnisse auf den anderen Plätzen stimmen, reicht das auch."

(RP)