Fußball : Eine Bankrott-Erklärung

Fußball-Landesligist TuSpo Richrath steckt nach der schwachen Vorstellung und dem 3:5 gegen den TSV Eller 04 noch stärker im Abstiegskampf. Besonders der Auftritt in der ersten Halbzeit ohne Lust und ohne Ideen war peinlich.

Der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath sollte sich allmählich sehr ernsthaft mit dem Thema Abstieg beschäftigen und nicht mehr länger darauf vertrauen, dass schon alles irgendwie gut wird. Was das Team des neuen Trainers Marek Lesniak gestern beim 3:5 (0:4) gegen den TSV Eller 04 bot, war über weite Strecken eine Bankrott-Erklärung. Der Auftritt vor der Pause war sogar eine Ohrfeige — weil den Hausherren selbst elementare Tugenden wie Einsatz und Leidenschaft fehlten. "Das war die schlechteste Halbzeit, die ich je von einer meiner Mannschaften gesehen habe", urteilte Lesniak.

Richrath begann eher wie eine bunt zusammengewürfelte Hobby-Elf ohne Anspruch auf Leistung. Eller war in allen Belangen besser und durfte sich nach Herzenslust über den Platz kombinieren. Der Richrather Keeper Jan Conradi konnte den Distanzschuss von Dennis Rossow noch zur Ecke lenken (13.), ehe ihn seine Vorderleute erneut im Stich ließen. Und vom Düsseldorfer Stürmer Florian Körs schienen die Gastgeber vorher nie was gehört zu haben.

  • Fußball : TuSpo Richrath setzt die guten Vorsätze nicht um
  • Lokalsport : Der TSV Eller 04 unterliegt im Spitzenspiel
  • Lokalsport : Stabilität ist der Schlüssel zum Erfolg des TSV Eller 04

Schmerzhafte Bestrafung

Der Angreifer war per Kopf zur Stelle — 1:0 für Eller (20.). Beim 2:0 (25.) durch Körs hatte niemand in der TuSpo-Abwehr einen Plan von der Situation und beim 3:0 (37.) des Torjägers versuchte Conradi vergeblich eine Rettung. Ein Höhepunkt an Bestrafung war dann das 4:0 (42.) für die Gäste, als Daniel Wilczek die Defensive narrte. Die Angriffsbemühungen, die Lesniaks Mannschaft vorzuweisen hatte, bestanden lediglich aus einem Distanzschuss von Dirk Drößert (23.).

TuSpo, das besonders vor dem Wechsel sogar ein Diskussionsklub zwischen allen Mannschaftsteilen zu werden schien, sah nachher etwas weniger schlecht aus. Dafür gabs ein Zweierpaket an Gründen: Erstens erinnerte sich der eine oder andere nun verstärkt an die Verpflichtung zu etwas höherem Einsatz (wie der hier vorbildlich ackernde Azzedine Boulahrouz) und zweitens schraubte Eller sein Engagement massiv zurück.

Geschöntes Ergebnis

Das 1:4 (61.) durch Dennis Lichtenwimmer erzeugte ein kleines bisschen Hoffnung, doch der TSV blieb fast immer gelassen — erst recht nach dem 5:1 (82.) durch Hakan Simsek. Auf der Zielgeraden sorgten Tobias Ockenfels (85./Elfmeter nach Foul an Boulahrouz) und Lichtenwimmer (87.) dafür, dass der Endstand nicht gar so fürchterlich aussah. Trotzdem blieb besonders der Eindruck der ersten Hälfte haften. Und Richrath sollte sich jetzt sehr ernsthaft mit dem Thema Abstieg beschäftigen.

(RP)