Kegeln : Ein Star ohne Allüren

Bettina Woltersdorf stellte kürzlich bei den Weltmeisterschaften ihre Klasse unter Beweis – mit vier Titeln und zwei Weltrekorden. Beim Bundesligisten Postsport Langenfeld versteht sie sich als Mentorin für junge Spielerinnen.

Bettina Woltersdorf stellte kürzlich bei den Weltmeisterschaften ihre Klasse unter Beweis — mit vier Titeln und zwei Weltrekorden. Beim Bundesligisten Postsport Langenfeld versteht sie sich als Mentorin für junge Spielerinnen.

An die Weltmeisterschaften 2011 in Trier wird sich Sportkeglerin Bettina Woltersdorf sicher noch lange erinnern. Kein Wunder: Die Top-Spielerin des Bundesligisten Postsport Langenfeld sahnte richtig ab.

Mit vier Titeln und zwei Weltrekorden erzielte sie eine brillante Bilanz. Weltmeisterin wurde die 46-Jährige im Einzel der Damen A, im Damen-Paarkampf, im Mixed-Paarkampf und mit der deutschen Nationalmannschaft. Weltrekorde sprangen im Damen-Einzel (855 Holz) und im Mixed-Paarkampf mit Horst Mikisch heraus (Saarland/766).

Woltersdorf, die Starts bei Weltmeisterschaften immer als Ehre sieht, gehört seit zwei Jahren zum erfolgreichen Team der Post — dem sie auch entscheidend zum Aufstieg in die höchste deutsche Klasse verhalf. Die Leidenschaft für den Kegelsport war bereits in der Jugend zu erkennen und Bettina Woltersdorf ein echtes Naturtalent.

Deshalb durfte sie sich bald mit der Herrenmannschaft der SG Düsseldorf messen, bei der sie den größten Teil ihrer sportlichen Karriere verbrachte. Nach 18 Jahren in Düsseldorf verstärkte Woltersdorf sowohl Klubs in Köln als auch in Kleve, ehe sie schließlich nach Langenfeld wechselte — und dort durch überragende Leistungen eine große Verstärkung darstellte.

Große Herausforderung

In der vergangenen Saison bestand Aufsteiger Langenfeld, der weiter jede Unterstützung durch Sponsoren gebrauchen kann, über die extrem spannende Play-Down-Runde den schwierigen Kampf um den Klassenerhalt.

In der neuen Saison 2011/2012 möchte Langenfeld lieber die Play-Off-Runde der besten vier Vereine erreichen, doch an mehr wagt niemand zu denken. "Von der Meisterschaft wollen wir nicht träumen, dafür sind wir zu frisch in der Bundesliga. Erst mal versuchen wir, das erste Heimspiel zu gewinnen", betont Woltersdorf, die ihr Wissen sehr gerne an die Teamkolleginnen weitergibt.

Hier kümmert sich die Weltmeisterin besonders um den "Nachwuchs". Bereits in der vergangenen Saison stand sie Doris Buschhaus (23) für deren Bundesliga-Debüt mit Rat und Tat zur Seite. Ähnlich sieht es nun mit Carolin Geier (22) aus, der Bettina Woltersdorf ebenfalls jede Unterstützung verspricht: "Ich sehe mich als eine Art Mentorin, zu der junge Spielerinnen aufschauen können. Ich lasse sie gerne von meinen Erfahrungen profitieren. Wir sind ein Team und wollen alle dasselbe — gewinnen."

Arbeit auch mit Hanteln

Nach der Weltmeisterschaft gönnte sich Bettina Woltersdorf eine zweiwöchige Pause und nun trainiert sie einmal pro Woche für den Saisonstart. Außerdem gibt es Vorbereitungsspiele — wie kürzlich gegen Kamp-Lintfort. Dabei erzielte die Wahl-Langenfelderin trotz ihres deutlich reduzierten Pensums einen Bahnrekord (900 Holz). Durch Schwimmen und Hanteltraining versucht die Ausnahmekeglerin, ihre Kondition zu stärken und sich mental auf die nächste Saison einzustellen. Für Woltersdorf ist Kegeln ein Leistungssport und die Weltmeisterschaften sind jetzt vor allem eine schöne Erinnerung.

(nico)