Motorsport : Ein schnelles Abenteuer

Hinter Tim Bergmeister liegt eine kurze Saison in der japanischen Serie Super GT. Der Motorsportler leistete vor allem Entwicklungsarbeit fürs Team Art Taste, dem er Top-Niveau bescheinigte – trotz fehlender Top-Resultate.

Die ganze Angelegenheit zog irgendwie doch im Eiltempo an Motorsportler Tim Bergmeister vorbei. Erst vor zwei Monaten stieg sein neues Team Art Taste in Japan aufgrund der Fukushima-Katastrophe aus dem Frühjahr mit Verspätung in die Serie Super GT ein. Da gabs nicht besonders viel Gelegenheit, die Dinge bis auf den Punkt genau voranzutreiben – und am Ende auch keine Spitzenresultate. Über Platz 16 von Suzuka (21. August) folgte mit Platz zehn in Fuji (11. September) das einzige Ergebnis in den Punkterängen. Das vorletzte Rennen in Kyushu (Autopolis/2. Oktober) brachten dann Rang 15, ehe der Langenfelder und Teamkollege Yasuhiro Shimizu jetzt zum Abschluss in Motegi als 13. ihr zweitbestes Ergebnis schafften.

Ausblick: Tim Bergmeister könnte sich ein weiteres Jahr in Japan durchaus vorstellen – dann aber am liebsten mit dem vollen Programm. Foto: Art taste

Vier Rennen verpasst

Keins der Resultate kann Tim Bergmeister in Begeisterung versetzen, denn der 36-Jährige ist ehrgeizig. Durch den unplanmäßigen Saisonverlauf war aber bald klar, dass der Art-Taste-Porsche 911 GT R kaum ganz vorne landen würde. Andere hatten schließlich im August schon vier Rennen hinter sich und einen Erfahrungs-Vorsprung. Trotzdem hält der 36-Jährige das Engagement nicht für vertane Zeit – im Gegenteil. "Es hat Spaß gemacht", betont Bergmeister, der vor allem vom Team angetan war: "Da gibt es nichts. Das ist Top-Niveau."

Die Arbeiten am Auto erledigten unter anderem Kräfte, die früher für Toyota in der Formel 1 tätig waren. Weniger erstklassig fand Bergmeister dagegen das für diese Saison zur Verfügung stehende Reifenmaterial. "Mit anderen Reifen hätten wir viel weiter vorne landen können", sagt der ehemalige Champion der deutschen ADAC GT Masters Serie (2008). Unter dem Strich wird sich nun in den kommenden Wochen zeigen müssen, wie die Verantwortlichen von Art Taste die Weichen für die sportliche Zukunft stellen – was hier ausnahmsweise keine Frage der Finanzen ist, weil es den Japanern am nötigen Geld gerade nicht zu fehlen scheint.

Rückkehr möglich

"Die sind sehr daran interessiert, mit mir weiterzumachen", erklärt Bergmeister, der allerdings auf die motorsportliche Politik der Firma eher wenig Einfluss hat und deshalb die Entscheidung für oder gegen die Serie Super GT nur abwarten kann. Denkbar ist für 2012 zudem eine Rückkehr in die ADAC GT Masters Serie, sodass der Langenfelder demnächst möglicherweise wieder richtig viel zu tun hat. "Das Jahr 2011 war motorsportlich von den Ergebnissen her nicht so toll", bestätigt Tim Bergmeister, der er ganz gerne mal wieder von Anfang an über ein komplettes Jahr dabei sein möchte. Im Eiltempo ist er dann am liebsten auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs.

(RP)