Handball : Ein Reparaturversuch

Handball-Oberligist SG Langenfeld tritt in einer komfortablen Lage bei der gefährdeten SG Dülken an. Trainer Heino Kirchhoff verlangt aber den höchsten Einsatz – weil ihn die 23:28-Pleite aus der Hinrunde immer noch ärgert.

Da war doch was. Und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) erinnert sich vermutlich eher ungern an den 8. Oktober 2011. Seinerzeit verlor der mit drei Siegen gestartete Aufsteiger nach einer Katastrophen-Vorstellung mit 23:28 gegen die SG Dülken. Der damalige Auftritt gilt bis heute als größte Langenfelder Enttäuschung in einer Saison, die ansonsten einem Höhenflug ähnelt. Auf dem fünften Platz (24:10 Punkte) ist die SGL immer noch Teil der Fünfer-Spitze. Deutlich schlechter geht es Dülken, das mit dem Rücken zur Wand steht und Langenfeld heute Abend (19.15 Uhr) bestimmt wieder nichts schenken wird.

SGL-Trainer Heino Kirchhoff hat klare Vorstellungen: "Ich erwarte, dass wir uns viel besser verkaufen als im Hinspiel. Dann hätten wir nächste Woche gegen Neuss ein richtiges Spitzenspiel." Daraus folgt aber, dass jetzt vor der Kür am 11. Februar (18.30 Uhr) gegen den Zweiten Neusser HV allein ein Sieg was bringt. Langenfeld geht es ohnehin "nur" darum, die Top-Teams so oft wie möglich zu ärgern. Ansprüche auf den Titel und der Blick zur 3. Liga sind in den aktuellen Überlegungen nicht vorgesehen.

Kontrolle über Kämmerling

Das schmerzhafte 23:28 gegen Dülken war eng mit zwei Namen verknüpft. Langenfeld bekam trotz zahlreicher Umstellungen und fast verzweifelter Rettungsversuche weder Mark Kämmerling (zwölf Tore) noch Pascal Mertens (sieben) in den Griff. Dass die SG später in einen Abwärtssog geriet, hatte ebenfalls mit Kämmerling zu tun – der nicht alle Spiele mitmachen konnte (verletzt) Zuletzt war er jedoch zurück an Bord und prompt gabs bessere Ergebnisse (30:26 gegen den Letzten TV Lobberich, nur 27:29 beim Ersten Adler Königshof).

Bei der SGL ist zugleich die Liste der verletzten Kräfte erneut angewachsen. Jetzt erwischte es Torhüter Christian Wansing, der am vergangenen Wochenende beim 29:26 gegen die SG Solingen BHC 06 II eine Ellbogenverletzung erlitt (Knochenabsplitterung), trotzdem bis zur Pause durchspielte – und den Arm in dieser Woche vorübergehend in einen Gipsverband legen musste. Ein extrem großes Fragezeichen steht hinter dem Mitwirken von Rückraumspieler Fabian Düllberg (Schulter). "Das sieht nicht so gut aus", findet Kirchhoff.

Die Zuschauerrolle

Als Vorab-Erklärung für eine mögliche Niederlage wäre Düllbergs Fehlen ohnehin nicht wirklich geeignet, weil er das 23:28 aus der Hinrunde ebenfalls bloß als Zuschauer erlebte (Muskelfaserriss). Langenfeld kann demnach auf jeden Fall dafür sorgen, dass sich alle eher gerne an den 4. Februar 2012 erinnern: "Da war doch was."

(RP)