Motorsport : Ein krasses Jubiläum

Titelverteidiger Jörg Bergmeister bleibt in seinem zehnten Jahr in der American Le Mans Series vom Pech verfolgt. Auf dem Stadtkurs von Baltimore waren wegen einer defekten Antriebswelle nach zwei Runden alle Chancen weg.

Für Jörg Bergmeister ist die Saison 2011 durchaus was Besonderes. Schließlich tauchte der Motorsportler 2002 zum ersten Mal in der American Le Mans Series auf, in der er sich fortan wie zu Hause fühlte und durch beeindruckende Erfolge einen Namen machte. Doch ausgerechnet das zehnte Jahr passt weder zu den Hoffnungen des gesamten Teams noch zu den Ansprüchen des Langenfelders. Das Thema in der Jubiläums-Saison lautet wohl eher "Pleiten, Pech und Pannen". Auf dem reizvollen Stadtkurs in Baltimore (Maryland) musste Bergmeister jetzt erneut feststellen, dass die Pechsträhne weitergeht – bereichert um neue Facetten.

Gute Miene, böses Spiel: Jörg Bergmeister hat sich damit abgefunden, dass die Saison 2011 für ihn ziemlich verkorkst ist. Foto: Porsche AG

US-Teamkollege Patrick Long bestritt im Porsche 911 GT 3 RSR das Qualifying (Zeittraining) und legte hier zunächst die drittschnellste Runde in der GT-Klasse hin. Dann gabs kurz vor Schluss einen Zwischenfall mit einem Ferrari – der später die Strafversetzung ans Ende des Startfeldes bedeutete. Die Renn-Verantwortlichen werteten das Verhalten jeweils als "unverantwortliches Risiko". Folge: Beide bekamen ihre Resultate gestrichen und durften das Rennen vom Ende des Feldes aus aufnehmen.

Viele Runden verloren

Als Long in einer turbulenten Anfangsphase bis auf Position sieben vorgerutscht war, schien sich alles halbwegs zum Guten zu wenden. Doch drei Minuten später musste das Team Flying Lizard Motorsports (Sonoma/Kalifornien) den nächsten Schlag wegstecken, als der Porsche 911 GT 3 RSR immer langsamer wurde. Diagnose: Antriebswelle gebrochen. Obwohl die Lizards-Mechaniker fieberhaft arbeiteten, verloren die Titelverteidiger endlos lange 15 Runden auf die Konkurrenz. Und der Traum von einem Platz auf dem Podium war erneut geplatzt. Als Bergmeister später das Steuer übernahm, ging es nur darum, das Rennen aktiv zu beenden und vielleicht den einen oder anderen Punkt mitzunehmen. "Ich bin mehr oder weniger rumgerollt", sagte der Porsche-Werksfahrer, der als Elfter ohne Zähler blieb.

Zwei Versuche bleiben

"So ein beschissenes Jahr habe ich noch nie erlebt", meinte Bergmeister später, "weder in der ALMS noch woanders. Mittlerweile finde ich es fast sogar zum Schmunzeln." Obwohl der 35-Jährige an die Meisterschaftswertung seit längerer Zeit keinen Gedanken mehr verschwendet, verlangt sein Ehrgeiz auf der anderen Seite für die restlichen Rennen in 2011 hundertprozentigen Einsatz. Die Stationen Laguna Seca (Kalifornien/sechs Stunden) am 17. September und Road Atlanta (Georgia/zehn Stunden) am 1. Oktober sollen wenigstens das versöhnliche Finale einer Saison bringen, die für Jörg Bergmeister auf jeden Fall was Besonderes ist.

(RP)