Handball : Ein Hindernisrennen

Zwei Energieleistungen brachten dem Handball-Oberligisten SG Langenfeld zuletzt knappe Siege gegen Hamborn und Düsseldorf. Die Vorbereitung auf die Partie morgen beim MTV Rheinwacht Dinslaken war trotzdem schwierig.

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) bewegte sich zuletzt auf ziemlich dünnem Eis, konnte aber durch viel Einsatz und Leidenschaft den Einbruch vermeiden — beim 24:22 gegen die Sportfreunde Hamborn 07 und erst recht beim 22:21 gegen die HSG Düsseldorf II. Der Sieg über den Nachbarn ging sogar als Kunststück durch, weil 22 erzielte Treffer in der Oberliga nur sehr selten für einen Erfolg reichen. Dass eine ähnliche Ausbeute auch morgen (11.15 Uhr) beim MTV Rheinwacht Dinslaken zwei Zähler einbringt, darf sogar als noch unwahrscheinlicher gelten.

Aufsteiger Langenfeld verfügt auf Rang vier mit 22:8 Punkten über eine brillante Bilanz, aber inzwischen mal wieder nicht über ausreichend einsatzfähiges oder voll austrainiertes Personal. Co-Trainer Kai Wille musste in dieser Woche den Mangel verwalten — was zuvor in dieser Saison schon Chefcoach Heino Kirchhoff (nach beendeter Kur am Sonntag zurück) oft genug beschäftigt hatte. Neben den Dauer-Verletzten Tobias Kottwitz, Matthias Herff und Alexander Klimke fehlten Wille weitere Stützen.

So viele Fragezeichen

Vinzenz Preissegger konnte aus privaten Gründen nicht trainieren. Fabian Düllberg musste beruflichen Verpflichtungen (Uni) den Vorzug geben. Niklas Körner (Zerrung/Studium in Gießen) und Tim Schickhaus (Schulter) stehen auf der Liste der angeschlagenen Kräfte, die sich zusätzlich um Dawid Rosiak verlängert. Den vielseitig verwendbaren Rückraumspieler plagt eine Bauchmuskelzerrung und der Einsatz ist damit fraglich. Wille hält dennoch wenig davon, in allzu großes Wehklagen zu verfallen: "Jammern bringt uns nicht weiter."

Es spricht allerdings mehr denn je alles dafür, dass die Abwehr erneut die meiste Last übernehmen muss. Hier kann sich Langenfeld immerhin auf die beste Deckung der Liga stützen, die in bisher 15 Spielen nur 387 Gegentore kassierte (Durchschnitt 25,7) und zuletzt einen sehr starken Keeper Christian Wansing hinter sich wusste.

Alles dreht sich um Timofte

Das Rezept liegt ansonsten auf der Hand: Langenfeld sollte Marius Timofte in den Griff bekommen. Der erfahrene MTV-Spielertrainer ist torgefährlich und hat zudem ein geniales Auge für den Kreis — was er auch in der Hinrunde zeigte. Damals gewann die SGL erst nach einem extrem langen Anlauf (18:21, 22:25) mit 34:28. Jetzt scheint das Eis sogar noch dünner zu sein.

(RP)
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