Handball : Ein falscher Eindruck

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld steht mit 6:2 Punkten auf Platz eins – trotz durchwachsener Leistungen. Trainer Heino Kirchhoff sieht die Entwicklung kritisch und für die Partie beim Neusser HV kaum echte Chancen.

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld steht mit 6:2 Punkten auf Platz eins — trotz durchwachsener Leistungen. Trainer Heino Kirchhoff sieht die Entwicklung kritisch und für die Partie beim Neusser HV kaum echte Chancen.

Der Schein ist schön, aber er trügt. Punkt eins: Vordergründig kann der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) mit dem bisherigen Verlauf der Saison 2011/2012 zufrieden sein, denn die ersten vier Spiele brachten 6:2 Punkte — die sogar immer noch den ersten Platz bedeuten.

Punkt zwei: Hintergründig kommt der Aufsteiger gerade keinen Millimeter in seiner Entwicklung voran. Und für die Partie morgen (16.30 Uhr) beim Neusser HV verbietet sich viel Zuversicht fast von selbst. "Wir müssen nicht gewinnen", findet SGL-Trainer Heino Kirchhoff, "Neuss ist Favorit."

Die sehr zurückhaltende Einschätzung basiert auf ein paar Puzzleteilen aus den vergangenen Wochen. Zunächst ändert sich nichts daran, dass in Matthias Herff, Tobias Kottwitz (jeweils Kreuzbandriss), Fabian Düllberg (Muskelfaserriss), Stefan Wagener (Bauchmuskel) und Alexander Klimke (Rücken) fünf Spieler teilweise langfristig ausfallen. Gleichzeitig trudeln zu den Trainingseinheiten oft Absagen aus verschiedensten Gründen ein — private, berufliche, sonstige.

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Feuerwerk unwahrscheinlich

"Wenn das so bleibt, dass wir jede Woche mehrere Ausfälle haben, können wir das, was wir vorhaben, nicht umsetzen. Dann müssen wir unsere Ziele überdenken", betont Kirchhoff, der ein Beispiel nennt: "Man kann nicht erwarten, dass wir ein Feuerwerk abbrennen, wenn wir beim Training über Wochen nur drei Spieler aus dem Rückraum haben."

Was mit dem 24:14 bei der HSG Düsseldorf II dank einer überragenden Abwehr gut begann, änderte sich bald in einen Sinkflug — trotz des 34:28 gegen Rheinwacht Dinslaken (miserable erste Hälfte) und des 31:29 bei der SG Solingen BHC 06 II (hätte locker kippen können). Höhepunkt war das 23:28 gegen die SG Dülken, die am Ende niemand in der Spitzengruppe der Liga erwartet. Langenfeld war dennoch klar unterlegen.

Von Neuss hält der SGL-Coach so viel, dass er dort wenig Chancen sieht. Grundsätzlich erkennt Kirchhoff aber nicht, dass Langenfeld in echte Abstiegsgefahr gerät: "Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten. Wir haben genügend Potenzial." Das trifft zu — in der Theorie jedenfalls. Die Praxis sah in den vergangenen Partien über zu große Strecken etwas anders aus.

Allgemeine Sorglosigkeit

Außerdem liegen zwischen Rang eins und dem ersten Abstiegsplatz (Rang zwölf) bloß vier Punkte. Die SGL wäre nicht die erste Mannschaft, die in allgemeiner Sorglosigkeit in den Sog nach unten gerät — und dann nicht begreift, wie alles passieren konnte. Deshalb ist der Schein schön, aber er trügt.

(RP)