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Fußball: Ehrgeizig: Richrath will sich neu erfinden

Fußball : Ehrgeizig: Richrath will sich neu erfinden

Fußball-Landesligist hat den Abstieg längst akzeptiert. Trainer Daniel Cartus bereitet die Mannschaft schon auf die Bezirksliga vor.

Wer die bisherige Bilanz des Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath umschreiben müsste, hat viele Möglichkeiten — desaströs, peinlich, schockierend oder unglaublich wären nur ein paar Beispiele dafür, wie sich mickrige vier Punkte aus 15 Spielen bezeichnen lassen. Nicht nur neutrale Beobachter, sondern auch die Verantwortlichen haben längst eingesehen, dass der Abstieg in die Bezirksliga nicht mehr zu verhindern ist — immerhin. Nun stellt sich die Frage, was mit einer derart verkorksten Saison überhaupt noch anzufangen ist. Trainer Daniel Cartus hat dafür schon seit Wochen einen Plan. Der Coach will die lange Vorlaufzeit unbedingt nutzen, um sich ideal auf die Zukunft in der Bezirksliga vorzubereiten. Den Grundstein dafür soll die Winterpause bringen.

 In Gedanken versunken: Richraths Trainer Daniel Cartus wälzt derzeit mit dem Blick aufs nächste Jahr viele Möglichkeiten hin und her.
In Gedanken versunken: Richraths Trainer Daniel Cartus wälzt derzeit mit dem Blick aufs nächste Jahr viele Möglichkeiten hin und her. Foto: Ralph Matzerath (ARCHIV)

Beim Personal will Cartus gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Uwe Gehlhaar auf Kontinuität bauen. "Wir wollen in der Bezirksliga zu 80 Prozent mit dem Team spielen, mit dem wir nun auch die Rückrunde bestreiten werden", erklärt Gehlhaar. Aus dem bisherigen Aufgebot sollen Daniel Nellen, Adnan Gashi, Sebastian Milinski, Julian Ramos-Lucas, Jens Weidenmüller, Enrico Albanese und Francesco La Rosa sowie die A-Jugendspieler Steffen Große Enking, Thomas Nawrath und Luka Rozic dazugehören. Endgültig ist hier allerdings so gut wie nichts, da bisher erst Nellen und Weidenmüller ihre Verträge für die Bezirksliga unterschrieben haben. Weitere Gespräche stehen aus.

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In einem ähnlichen Schwebezustand befinden sich die Verantwortlichen bei der Suche nach Verstärkungen. Klar ist jedoch, dass die Richrather gerade im Angriff (bisher neun Tore) und in der Abwehr (46 Gegentreffer) gute Leute an Land ziehen muss, damit es nicht in der Bezirksliga wieder gegen den Abstieg geht. "Ich befinde mich in weit fortgeschrittenen Gesprächen", versichert Gehlhaar.

Was schön klingt, reicht jedoch bei Weitem nicht, um die bisherigen Probleme abzustellen. Erschwerend kommt hinzu, dass Richrath in der Bezirksliga in einer ganz anderen Lage sein wird. Als Landesliga-Absteiger kann er sicher nicht derart defensive Taktiken wie in der Landesliga fahren. Eine Klasse tiefer muss Richrath selbst das Heft in die Hand nehmen — was für das Team von heute etwas komplett Neues darstellt. "Wir werden in der Rückrunde kein einziges Mal in einem defensiven System spielen", sagt Cartus, "wir werden große Probleme bekommen, wenn sich unsere Passqualität und die Ruhe am Ball nicht verbessern." Eine weitere Baustelle sind die Standard-Situationen, in denen sich seine Elf immer wieder extrem anfällig zeigt.

Viele Faktoren müssen passen, damit die kommende Bezirksliga-Saison erfolgreich werden kann. "Wir wollen nicht direkt wieder aufsteigen", betont der Coach, "aber wir wollen oben mitspielen." Konkret heißt das, eine Position von Platz eins bis sechs zu belegen. "In der Saison danach ist dann der Aufstieg in die Landesliga ein Thema", kündigt Cartus an.

Es steht fest, dass Richrath ein schwierig zu erreichendes Ziel formuliert hat. Die Verantwortlichen sind zugleich darauf bedacht, langfristig zu denken — um so für Ruhe zu sorgen. Deshalb wird Cartus seinen Vertrag höchstwahrscheinlich noch vor Ablauf dieses Jahres verlängern. "Ich bin froh über die guten Rahmenbedingungen, die mir gegeben werden", meint Cartus, der für die Zusammenarbeit mit dem Vorstand und besonders mit Uwe Gehlhaar nur Lob findet. Was von den Worten und Vorsätzen letztlich in der Wirklichkeit bleibt, steht aber auf einem völlig anderen Blatt.

(mol-)