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Handball: Dramatisch: SGL kämpft bis zum Umfallen

Handball : Dramatisch: SGL kämpft bis zum Umfallen

Der geschwächte Handball-Oberligist erzielte im traditionell brisanten Duell gegen die Bergischen Panther ein 21:21. Gut zwei Minuten vor dem Ende war beim 21:19 sogar ein Sieg möglich. Am Ende wäre die Partie fast aus den Fugen geraten.

Ziemlich gute Freunde dürften diese beiden Mannschaften kaum noch werden. Auch bei diesem Aufeinandertreffen war bis in die letzten Sekunden hinein traditionell viel los - und auch diesmal schien die Partie aus den Fugen zu geraten. Sportlich blieb für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) nach dem 21:21 (10:9) gegen die HSG Bergische Panther vor allen Dingen hängen, dass ihm die Wiedergutmachung fürs furchtbare 19:29 vom Wochenende zuvor beim TV Jahn Hiesfeld gelungen war. Das geschwächte Team von Trainer Leszek Hoft überzeugte durch eine einwandfreie Einstellung, die ihr beinahe sogar einen Sieg gebracht hätte. Gut zwei Minuten vor dem Ende hatte Langenfeld beim Stande von 21:19 den Erfolg vor Augen, ehe sich in den letzten 131 Sekunden noch einmal die Ereignisse überschlugen.

Die SGL lag hinten, als langsam die entscheidende Phase begann - 14:16 (45.), 16:17 (48.), 18:19 (53.). Das 19:19 (55.) von Sven Kniesche, das 20:19 von Mirko Stolley (57.) und der Treffer zum 21:19 (58.) durch Max Adams eröffneten den Gastgebern alle Möglichkeiten, beide Punkte zu behalten. Nach dem 21:20 der Panther (59.) nahm Hoft genau eine Minute vor der Schluss-Sirene noch eine Auszeit. Dass die Unparteiischen wenig später auf Zeitspiel gegen Langenfeld entschieden, als Kniesche gerade zum Wurf ansetzen wollte, konnte er allerdings nicht verhindern.

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Elf Sekunden standen noch auf der Uhr, als die Panther einen finalen Freiwurf zugesprochen bekamen. Den Gästen gelang der Ausgleich und genau sieben Sekunden vor dem Ende landete der Ball zum 21:21 im Netz. Klar: Die SGL hatte es eilig und trotzdem keine realistische Chance mehr, erneut die Führung zu erzielen. Trotzdem erwischte es in der Höhe des Mittelkreises in einer Gruppe aus Gäste-Spielern den nach vorne stürmenden Vinzenz Preissegger, dessen Versuch durch ein Foul der rüdesten Art gestoppt wurde - obwohl die Zeit praktisch um war. Die Schiedsrichter verzichteten erstaunlicherweise komplett darauf, eine Strafe auszusprechen. Beides zusammen brachte den einen oder anderen Langenfelder derart auf die Palme, dass Teamkollegen nur mit richtig viel Mühe einen kompletten Ausraster verhindern konnten.

Langenfeld wollte den Panthern mit Tempospiel um jeden Preis begegnen, musste jedoch seinen Plan teilweise ändern. Ein Grund: Auf der rechten Seite fehlte der schnelle Tim Schickhaus (wegen seiner Ausbildung unterwegs), auf der linken Seite der Mannschaftsführer Matthias Herff (erkrankt, kam nur für die Siebenmeter aufs Feld). Auf anderen Positionen musste die SGL viel wechseln, weil Spieler wie Mirko Stolley, Lars Lipperson oder Sven Kniesche nach halbwegs überstandenen Erkrankungen lange nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Tim Lipperson konnte gar nicht mitmachen (fürs Studium abwesend).

Die Hausherren gaben im von Beginn an intensiv geführten Duell mit dem erfahrenen Kontrahenten aus dem Bergischen von Anfang an alles - und die Abwehr um Deckungschef Andreas Nelte gönnte sich keine Verschnaufpause. Deshalb hielt die SGL die Partie offen - 5:2 (12.), 6:4 (15.), 7:5 (18.), 8:6 (21.), 8:8 (25.), 10:9 (30.), 13:12 (37.), 14:13 (41.). Drei Gegentore zum 14:16 (45.) schienen die Wende einzuleiten, waren aber letztlich lediglich die Eröffnung für ein furioses Finale.

Trainer Hoft, der sich schnell gesammelt hatte, ordnete das Ergebnis als wertvoll ein: "Wir waren heute wieder die Alten. Und wir hatten auch spielerisch ein paar gute Akzente. Ich muss der Mannschaft ein dickes Kompliment machen. Was die Jungs vom Einsatz her geboten haben, war spannend." Weil das stimmte, werden zumindest die Spieler und ihre Langenfelder Fans ziemlich gute Freunde bleiben.

SG Langenfeld: Hanke, Geske - Thöne, Majeres (2), Preissegger (4), Adams (3), Klimke, Herff (4/4), Lars Lipperson, Kniesche (1), Stolley (3), Eich (4), Boelken, Nelte.

(RP)