Leichtathletik: "Doping für die Seele"

Leichtathletik : "Doping für die Seele"

Wolfgang Vogt läuft Marathon aus Leidenschaft. Was vor zwölf Jahren als Suche nach einer sportlichen Alternative begann, ist längst rekordverdächtig. In Sydney absolvierte der Monheimer jetzt zum 200. Mal die 42,195 Kilometer.

Sport hat im Leben von Wolfgang Vogt schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Lange war er in der Fußballmannschaft der Düsseldorfer Feuerwehr aktiv. Vor etwa zwölf Jahren entdeckte der Familienvater dann seine Leidenschaft fürs Laufen – mit Anfang 40. Seitdem ist Vogt begeisterter Marathonläufer und kürzlich nahm er bereits an seinem 200. Marathon teil. Das bemerkenswerte Jubiläum feierte Vogt in Sydney (Australien).

Alles begann kurz nach der Jahrtausendwende. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen und einer Sportart, die sich alleine ausüben lässt, stieß der Ausbilder bei der Feuerwehr auf die Athleten der LG Monheim/Baumberg. "Ich bin ein paar Mal mitgelaufen und war gleich infiziert", berichtet der 53-Jährige, "damals habe ich aber noch nicht gewusst, welche Dimensionen das Ganze annehmen wird."

Bestzeit unter drei Stunden

Seitdem ist das "Laufwunder" in der Welt ganz schön herumgekommen – in mehr als 90 Städten in 21 Ländern war er am Start. Seine persönliche Bestzeit erreichte Wolfgang Vogt vor knapp zwei Jahren in Bonn mit 2:56 Stunden. Neben Australien war wohl Dubai eines der exotischeren Ziele. Außerdem lief der Monheimer die 42,195 Kilometer bereits im europäischen Ausland und in den USA. Rund 150 000 Reisekilometer kamen so zusammen für die Leidenschaft Marathon. "Das ist sicher ein wenig bekloppt", meint der Lauf-Enthusiast, "zum Glück habe ich eine verständnisvolle Familie."

Die Ziele gehen dem Weltenbummler dabei nicht aus. So will er etwa am Baikalsee in Sibirien und über die Chinesische Mauer laufen. Arktis und Antarktis sind ebenfalls Träume – obwohl Vogt trotz aller Begeisterung etwas kürzertreten will. "Ich habe nicht vor, die 300 voll zu machen", sagt der gebürtige Düsseldorfer, "aber noch macht es mir viel Spaß. Daher werde ich sicher noch das eine oder andere Mal an den Start gehen."

Glücklich und zufrieden

Es geht Wolfgang Vogt um das "Gesamtpaket" und nicht nur um den Sport: "Mit einer Gruppe Gleichgesinnter herumzureisen und als Höhepunkt gemeinsam einen Marathon zu laufen, ist einfach eine tolle Sache." Außerdem bleibt zusätzlich immer genug Zeit, um mit der Familie die jeweiligen Städte zu erkunden. Für Vogt ist das Laufen wie "Doping für die Seele", das ihn "relaxt, glücklich und zufrieden" macht.

In den kommenden Wochen stehen noch Marathon-Veranstaltungen in Italien und Norwegen auf dem Programm, ehe es Vogt im Jahr 2013 unter anderem nach Asien und Südafrika zieht. Es spricht also einiges dafür, dass Sport weiter eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen wird – solange der Körper die durchaus großen Strapazen mitmacht. "Das ist auf Dauer sicher nicht gesund. Aber solange es geht und solange ich Spaß am Laufen habe, werde ich weitermachen", betont der Marathon-Mann. So klingt echte Leidenschaft.

(dora)