Leichtathletik: Dirk Zorn und die Perspektive

Leichtathletik : Dirk Zorn und die Perspektive

Leichtathletik-Trainer verlässt SG Langenfeld. Mit ihm gehen sechs Talente nach Dormagen.

Die Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) muss sich zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit auf die Suche nach einem neuen Trainer begeben. Seit drei Wochen steht fest, dass Handball-Fachmann Heino Kirchhoff am Ende der laufenden Oberliga-Saison aufhört.

Noch früher nimmt Leichtathletik-Fachmann Dirk Zorn seinen Abschied, denn der 45-Jährige unterschrieb jetzt einen Vertrag als hauptamtlicher Trainer Jugend bei den Leichtathleten (LAV) des TSV Bayer Dormagen. Das Angebot konnte Zorn nicht ablehnen — weil er in Dormagen genau die zu seiner Ausbildung passende Position ausfüllen kann. Zorn ist diplomierter Sportwissenschaftler mit dem Trainerprofil Leichtathletik.

"Ich habe in Dormagen die besseren Perspektiven", sagt Zorn, "weil die Bedingungen besser sind." Dass er sich riesig auf die am 1. Januar 2013 beginnende Arbeit freut, verschweigt er nicht: "Ich bin heiß. In Leverkusen und Dormagen müssten eigentlich nur Weltmeister herumlaufen." Obwohl viel für einen Wechsel sprach, sei ihm der Schritt nicht leichtgefallen: "Für Langenfeld tut es mir unheimlich leid."

Damit meint er besonders, dass die Entscheidung für die SGL blitzartig kam. "Das hat uns schon sehr überrascht", sagt Leichtathletik-Abteilungsleiter Carsten Lüdorf, "die Zeit ist ein Problem für uns. Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden — doch noch haben wir keine." Erschwerend kommen zwei Dinge hinzu. Erstens: Lüdorf und sein Vater Harald, die seit einer Ewigkeit an der Spitze der Leichtathleten stehen, kandidieren bei der Abteilungsversammlung am 18. Januar 2013 nicht mehr. Hier war Dirk Zorn als einer der Nachfolger in einer Führungsrolle vorgesehen.

Zweitens: Als Zorns Talente aus der Leistungsgruppe Jugend vom baldigen Wechsel erfuhr, taten sie sich zusammen. Christina Krebs, Bob Grauer, Lukas Bulla, Reiner Mantsch, Simon Schophaus und Moritz Löhr gehen ebenfalls nach Dormagen. Die Unterlagen für einen Startrecht-Wechsel landeten in einer Blitzaktion beim Verband in Duisburg, weil bis zum 30. November alles erledigt sein musste.

Carsten Lüdorf, der die sechs seit vielen Jahren kennt, will den Talenten keine Steine in den Weg legen. Und er drückt Zorn die Daumen: "Ich hoffe, dass er das findet, was er sich wünscht. Wir gehen nicht im Streit." Eine der Ideen ist, nicht sofort einen Zorn-Nachfolger zu suchen, sondern eine Übergangslösung — und dann eventuell in einem Mehr-Jahres-Plan neu aufzubauen. Im Umkehrschluss folgt dann daraus, dass die SGL zumindest vorläufig keine Teilnehmer bei Westdeutschen oder Deutschen Meisterschaften haben dürfte.

(RP/rl)
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