Tischtennis: Dieter Oberscheidt gestorben

Tischtennis : Dieter Oberscheidt gestorben

Wenn Tischtennis in Langenfeld mit einem bestimmten Namen in Verbindung gebracht werden müsste, wäre es wohl der von Dieter Oberscheidt. Rund 34 Jahre stand er an der Spitze der DJK Unitas Langenfeld, die er wie kaum ein anderer prägte.

Nun ist der Ehrenvorsitzende am Sonntagnachmittag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben. "Obwohl wir leider seit einiger Zeit damit rechnen mussten, ist Dieters Tod ein Schock und ein schmerzlicher Verlust für uns alle", sagt Schriftführer Michael Hamacher stellvertretend für den Vorstand des Nachfolgevereins TTG Langenfeld, "uns verlässt ein Urgestein der Unitas. Es trifft uns sehr, dass wir innerhalb eines Jahres bereits den zweiten Vereinsvorsitzenden verloren haben."

Ende Dezember 2011 musste sich die TTG von ihrem damaligen Vorsitzenden Karl-Heinz Scholl verabschieden (Folgen eines Herzinfarktes) und Oberscheidt erklärte sich damals kurzfristig dazu bereit, den Vorsitz kommissarisch erneut zu übernehmen. Den Aufstieg der ersten Mannschaft in die Verbandsliga am 22. April 2012 erlebte er dann aber schon vom Krankenbett aus.

Bis 1998 spielte Oberscheidt für die Erste der Unitas (Bezirksklasse), ehe ihn eine Schleimbeutel-Entzündung im Arm dazu zwang, kürzerzutreten. Bis zum Beginn seines siebenmonatigen Klinikaufenthaltes war er in der vergangenen Serie für die vierte Mannschaft in der 2. Kreisklasse aktiv. Als Höhepunkt der Karriere beschrieb die Frohnatur gern das Jahr 1963 — sportlich, weil die Unitas mit einem 5:2 im Finale über Borussia Dortmund die Westdeutschen Pokalmeisterschaften (Kreisebene) den größten Erfolg der Vereinsgeschichte schaffte.

"Einen Tag vorher war Dortmund Deutscher Fußballmeister geworden. Die kamen nach Langenfeld und waren alle noch ein bisschen betüddelt", erzählte Oberscheidt mal. Im selben Jahr stand er als aktiver Fußballer beim heutigen Landesligisten TuSpo Richrath im Tor, dessen Spiele er bis zuletzt als Zuschauer begleitete. Klar: Die Reaktionsstärke an der Tischtennisplatte kam ihm zwischen den Pfosten zugute. Oberscheidt erinnerte sich an die Zeit in einem Porträt in der Rheinischen Post zu seinem 60. Geburtstag: "Ich war immer so ein schmaler Hering. Ich habe mir zwei bis drei Pullover angezogen, damit der Gegner Angst bekommt."

Markante Persönlichkeit

Beruflich leitete er bis zur Pensionierung 1999 die Zweigstelle Hardt der Stadtsparkasse, an deren Aufbau er — natürlich 1963 — beteiligt war. Neben seiner Frau Ingrid hinterlässt Oberscheidt eine Tochter und zwei Söhne. Der Sport in Langenfeld und "sein" Richrath, in dem er tief verwurzelt war, haben eine markante Persönlichkeit verloren.

(-ham)
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