Volleyball, Frauen-Regionalliga : Die zwei Gesichter der SG Langenfeld

Das Leistungsgefälle bei den Regionalliga-Volleyballerinnen ist groß. Das wird dem Team von Trainer Michael Wernitz bisweilen nicht nur im Verlauf einer kompletten Saison, sondern zum Teil auch in einzelnen Partien zum Verhängnis.

Die Partie war mal wieder ein Spiegel der Vergangenheit. In den vergangenen Jahren ließen die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL) immer wieder ihr herausragendes Potenzial erkennen. Sowohl in der Annahme als auch im Angriff konnte die Mannschaft von Trainer Michael Wernitz mit den Top-Teams der Liga mithalten – und sogar der Aufstieg war zwischenzeitlich ein Thema. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Licht und Schatten im Spiel der Langenfelderinnen wechseln sich relativ gleichmäßig ab. Die größten Stärken können blitzschnell die größten Schwächen werden – wie das jüngste 2:3 gegen Spitzenreiter TV Hörde II zeigte.

Dass die Leistung der SGL innerhalb einer Partie derart schwankt, überrascht selbst den erfahrenen Coach Wernitz immer wieder. Zu Beginn arbeiteten die Gastgeberinnen noch als Einheit zusammen und Hörde hatte beinahe keine Chance. „Ich war begeistert und dachte mir, dass ich keine einzige Spielerin auswechseln würde, wenn es so weiterginge“, erklärt der Trainer. Insbesondere durch die gefährlichen Aufschläge stellte Langenfeld den Gegner häufig vor unlösbare Probleme.

Statt vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, litt die Mannschaft anschließend erneut unter einer immensen Unsicherheit. Die Aktionen waren jetzt nicht mehr so konsequent wie zuvor. „Uns fehlte jetzt der Mut und die Energie, die uns in den ersten Minuten stark gemacht haben“, sagte Wernitz. „Die Mädels hatten womöglich Angst vor Fehlern, sodass es der Gegner leicht hatte.“

Vor allem die TV-Diagonalspielerin Lena Klecha nutzte die Schwächen in der Annahme gnadenlos aus. Wie bereits in den vergangenen Spielzeiten musste die SGL die knappe und bittere Niederlage erneut erst im Tiebreak hinnehmen.

Nun liegt es an den Langenfelderinnen, auf ihren Ressourcen aufzubauen. Vor allem auf der so bedeutsamen Position der Zuspielerin ist das Team hervorragend besetzt – was allen voran an zwei Personalien liegt. Erstens hat sich Carina Zandt (22) erheblich weiterentwickelt. Da sie bereits im Alter von 16 Jahren für Langenfelds Erste aktiv war, gehört sie nun schon zu den Routinierinnen. Während Zandt eine Ausbildung zur Physiotherapeutin absolviert, hat sie auch auf dem Spielfeld einen Sprung nach vorne gemacht und an Reife gewonnen.

Auch das Duell mit Hörde zeigte, dass Zandt versucht, in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen. „Carina lenkt als große Kämpferin gemeinsam mit unserer Spielführerin Diana Kiss die Mannschaft. Allerdings will sie manchmal noch zu viel, indem sie sehr viel Risiko eingeht. Manchmal ist Carina so ehrgeizig, dass sie eigenwillig wird“, erläutert Wernitz. „Weil sie immer das Maximum erreichen will und eine eigene Meinung hat, spielt sie manchmal andere Bälle als wir Trainer ihr empfehlen.“ Auch Co-Trainer Mark Nahrstedt setzt seine große Erfahrung ein, um das Zuspiel weiter zu verbessern.

Seit diesem Sommer kann sich das Team zudem auf ihre zweite Zuspielerin verlassen: Monika Litwin (28). Sie wurde bislang in der Regel nicht von Beginn an eingesetzt, sondern erst später für Zandt eingewechselt. „Wenn die anderen Spielerinnen mal von Carinas wilder Spielweise überfordert sind, kommt Monika mit ihrer Ruhe herein. Sie arbeitet die Aufgaben mit ihrer guten Sprungkraft sehr sachlich ab“, betont ihr Coach. „Ich bin froh, dass sich unsere Zuspielerinnen gegenseitig ergänzen und alle Angreiferinnen mit ihnen zurechtkommen.“