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Fußball: Die Zeit der Träumer ist endgültig vorbei

Fußball : Die Zeit der Träumer ist endgültig vorbei

Die Sportfreunde Baumberg gehörten drei Jahre lang der Fußball-Oberliga an. Bereits das vergangene Jahr deutete die Gefahr an, denn die Rettung gelang damals erst spät. Der Abstieg folgte jetzt trotzdem - als fatale Mischung aus fehlender Qualität und Pech.

Man nehme eine gewisse Anzahl an Spielern, die schon in höheren Klassen unterwegs waren, und gebe dazu ein Prise der reichlich vorhandenen Zuversicht. Dann dürfte nichts schiefgehen. So oder zumindest ähnlich werden viele sich das vorgestellt haben, als die seinerzeit in der Niederrheinliga beheimateten Sportfreunde Baumberg (SFB) am Ende der Saison 2011/2012 das Ticket für die neue Oberliga lösten. Die Entwicklung sagt aber etwas anderes, denn nach Platz zwölf aus dem Jahr darauf hätte der nächste zwölfte Platz ein Warnschuss sein müssen - weil es erst auf der Zielgeraden zum Klassenerhalt reichte. Diesmal gab es keine Rettung mehr. Einer der Trainer, die in der relativ jungen Vergangenheit ihren Arbeitsplatz an der Sandstraße verloren, schien es geahnt zu haben: "Wenn es gut läuft, landest du mit dieser Mannschaft unter den ersten sechs. Wenn es schlecht läuft, steigst du ab." Letzteres entspricht der rauen Realität. Zumindest vorerst wird Baumberg in der Landesliga unterwegs sein. Für den Abstieg gibt es Gründe.

 Wieder kein Sieg: Salah El Halimi musste mit den Sportfreunden Baumberg zu viele Enttäuschungen verarbeiten.
Wieder kein Sieg: Salah El Halimi musste mit den Sportfreunden Baumberg zu viele Enttäuschungen verarbeiten. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)
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Keine Konstanz In den vergangenen zweieinhalb Jahren beschäftigte Baumberg zu viele Trainer. Jörg Vollack musste ebenso wegen Abstiegsgefahr gehen (2012/2013) wie die Kollegen Markus Kurth (2013/2014) und Marc Schweiger (2014/2015). Schweiger-Nachfolger Salah El Halimi hatte mit denselben personellen Problemen zu kämpfen wie sein Vorgänger. Die Wunschelf blieb für beide eine Fata Morgana. Spieler wie Marcus Bryks, Ali Daour oder Marcel Löber fielen monatelang aus, andere für Wochen. Am Anfang der gerade abgeschlossenen Saison musste der vom Regionalligisten KFC Uerdingen verpflichtete Kosi Saka erst eine Knieverletzung überwinden, ehe er an einen Einsatz denken konnte.

 Beobachter: Obmann Redouan Yotla und Co-Trainer Christian Ovelhey litten mit Salah El Halimi (von rechts).
Beobachter: Obmann Redouan Yotla und Co-Trainer Christian Ovelhey litten mit Salah El Halimi (von rechts). Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Keine Effektivität Die Sportfreunde erzielten in zwölf Meisterschafts-Begegnungen keinen Treffer. Oft sahen die Aktionen nicht schlecht aus, hatten jedoch wenig Zwingendes. "Wenn unsere Qualität so gut ist, wie manche dachten, wären wir nicht abgestiegen. Es reicht nicht, dass du schön spielen kannst", räumt Trainer Salah El Halimi ein.

 Antreiber: Salah El Halimi resignierte nie - selbst dann nicht, als der Abstieg vor einigen Wochen besiegelt war.
Antreiber: Salah El Halimi resignierte nie - selbst dann nicht, als der Abstieg vor einigen Wochen besiegelt war. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Keine Befreiungsschläge Baumberg holte gegen gefährdeten Konkurrenten zu wenig Punkte. Das belegen etwa die Vergleiche mit dem SC Kapellen/Erft, der am Ende die Klasse hielt. In der Hinrunde verloren die Sportfreunde unter Schweigers Regie gegen Kapellen mit 0:2, in der Rückrunde unter El Halimis Verantwortung in Kapellen mit 1:2.

Kein Glück, Teil eins In der Rückrunde schien kurz ein Happy End drin zu sein. In diesem Zusammenhang werden der Mannschaft und dem Trainerstab wohl zwei Begegnungen sehr lange im Gedächtnis haften bleiben. Am 13. März lieferte das Team beim Letzten VfB Homberg fast 70 Minuten lang eine angesichts der bedrohlichen Lage beeindruckende Gala ab und führte mit 3:0. Schönheitsfehler: Es hätten ein halbes Dutzend Tore sein müssen. Am Ende stand bloß ein 3:3 auf der Anzeigetafel - und bis heute kann es keiner richtig erklären. Durch einen Sieg wäre Baumberg bis auf zwei Zähler ans rettende Ufer gerückt.

Kein Glück, Teil zwei Nach dem Zwischenhoch und dem 3:0 in Oberhausen bekam Baumberg am 2. April gegen SW Essen erneut die Chance, einiges für die Rettung zu tun. Das Spiel wäre wohl torlos zu Ende gegangen - und Essen damit gut bedient gewesen, weil es in erster Linie durch Verhinderungstaktik auffiel. Dann griff Louis Klotz entscheidend ein. Bei einem Rettungsversuch lenkte Klotz den Ball 16 Minuten vor dem Abpfiff zum 0:1-Endstand ins Netz der Sportfreunde.

(RP)