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Handball: Die Strafe: Achterbahnfahrt ohne Happy End

Handball : Die Strafe: Achterbahnfahrt ohne Happy End

Handball-Oberligist SG Langenfeld verlor beim TV Jahn Hiesfeld mit 24:25, weil der Start in die zweite Halbzeit eine Katastrophe war.

Erstaunlich. Die Handballer der SG Langenfeld (SGL) sind auch in ihrem dritten Oberliga-Jahr immer noch für eine Überraschung gut. Die Angebots-Palette von überragenden bis miserablen, von mitreißenden bis langweiligen Auftritten bereicherten sie nun in der Partie beim TV Jahn Hiesfeld. Die 24:25 (14:13)-Niederlage drückte am Ende in reinen Zahlen nur unzureichend aus, was wirklich passiert war. Für die SGL stand unter dem Strich der Mischung aus Passagen, die wie Abstiegs-Handball aussahen, und einer imponierenden Aufholjagd eine vollkommen unnötige Pleite. Die zweite Niederlage in Folge (vorher 22:26 beim TV Aldekerk) belegte zudem, dass der bisherige Zweite Langenfeld (25:11 Punkte/jetzt Dritter) trotz seiner optisch weiter guten Situation kein Spitzenteam ist.

Die SGL bekam die Partie, die sich auf einem erschreckend hohen Fehlerniveau bewegte, brauchbar in den Griff – 6:3 (13.), 7:4, (14.), 8:5 (15.), 9:6 (16.), 10:7 (19.), 11:8 (20.). Es gab aber bereits hier Szenen, die das spätere Unheil ankündigten. Beispiel: Beim Stande von 11:8 verlor Langenfeld den Ball, bevor André Eich bei seiner freien Chance am starken Jahn-Keeper scheiterte. Vier Minuten später hieß es 11:11 (25.) und die kämpferisch immer besser auftrumpfenden Hausherren ließen sich fortan nicht mehr abschütteln.

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Das Team von Trainer Leszek Hoft rettete ein 14:13 (30.) in die Pause, schien allerdings genau dort seinen letzten Rest an Übersicht eingebüßt zu haben. Das 15:14 (33.) war die letzte Führung und Torschütze Dawid Rosiak leitete mit seinem Fehlpass eine Phase des handballerischen Grauens ein. Die Gäste taten beinah alles, um ein eigenes Debakel vorzubereiten – 15:16 (35.), 15:18 (37.), 16:18 (38.), 16:23 (46.). Abteilungsleiter Klaus Majeres drückte es nachher treffend aus: "Die erste Viertelstunde nach der Pause war ein Desaster." Trainer Hoft urteilte ähnlich: "Da ging alles hinüber. Hier waren wir nicht auf der Höhe."

Als alles verloren schien, verkürzte Matthias Herff per Siebenmeter auf 17:23 (48.). Niemand dachte sich viel dabei, doch das Spiel entwickelte wie aus dem Nichts eine neue Eigendynamik. Herff (49.), Tim Schickhaus (49.), Vinzenz Preissegger (50./51.), Mirko Stolley (53.) und Schickhaus (54.) verkürzten durch weitere sechs Treffer hintereinander auf 23:23. Und plötzlich hatte die SGL wieder eine Siegchance. André Eich glich das 23:24 (55.) zum 24:24 aus (56.), sodass der Endspurt zu einer reinen Nervensache wurde.

Langenfeld hatte zweimal den Ball, wusste die Gelegenheiten allerdings nicht zu nutzen. Mehr Glück hatte Hiesfeld, das 20 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter zugesprochen bekam – und ihn gegen den starken SGL-Torwart Tobias Geske zum 25:24 verwertete. Der Rest war Verzweiflung der Langenfelder, die Geske vom Feld nahmen und dafür Rosiak als siebten Feldspieler brachten. Dessen letzter Freiwurf-Versuch blieb ohne Erfolg.

Langenfeld musste angeschlagene Spieler einsetzen (Andreas Nelte, Christian Majeres) und verlor am Ende auch unglücklich. Trotzdem fanden der rechte und der linke Rückraum wenigstens diesmal bis auf Einzelaktionen nicht statt. Darüber hinaus ließ Hofts Team viele freie Gelegenheiten liegen. Gut sah die SGL immer aus, wenn es zügig nach vorne ging. Das war das Rezept, das die Aufholjagd erst möglich machte. Zusammengefasst: Langenfeld ist keine Spitzenmannschaft – oder höchstens dann, wenn alle Rädchen ineinandergreifen.

SG Langenfeld: Geske, Jockenhöfer – Thöne, Majeres (2), Wolter, Preissegger (5), Klimke, Schickhaus (3), Rosiak (5), Herff (2/1), Stolley (1), Eich (3), Nelte (3).

(RP)