Kegeln : Die Richtung stimmt

Für die Bundesliga-Keglerinnen des SKC Langenfeld läuft die neue Saison viel besser als die alte Serie, in der der Klassenerhalt nur über den Rückzug eines anderen Teams gelang. Auswärts gabs schon drei wichtige Punkte.

Der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist für Sportkegler besonders deutlich. In der Regel haben die Gastgeber immer den ganz großen Vorteil, dass sie ihre Bahn und die Beschaffenheit des Belags dort am besten kennen. Da ist es oft schon ein Erfolg, wenn Gastteams über die Einzelwertung einen (Zusatz-) Punkt mit nach Hause nehmen können. Den Bundesliga-Damen des SKC Langenfeld gelang dieses Kunststück nun in der laufenden Saison bereits drei Mal — und deshalb sammelte Langenfeld aus fünf Spieltagen und insgesamt vier Auswärtsspielen fünf Zähler. Damit bietet sich sogar die Chance, eine ähnliche Zitterpartie wie im vergangenen Jahr zu vermeiden.

Damals mussten die noch unter dem Namen Postsport firmierenden Langenfelderinnen als Vorletzter der Abstiegsrunde zuerst runter, ehe sie doch drinbleiben durften — weil Trier zurückzog und so ein Platz frei war. Marina Schmidt, als aktive Spielerin dabei, sprach danach ehrlich von einer "geschenkten Saison". Nun scheint es so, dass der SKC dieses Geschenk nutzen und den Klassenerhalt allein schaffen kann. "Insgesamt sind wir auf einem guten Weg und die Mannschaft ist stabil", findet Schmidt, "die Situation ist deutlich besser als im letzten Jahr, weil wir jetzt auswärts drei Punkte geholt haben. Damit können wir zufrieden sein."

Fünf Holz zu wenig

Der erste Spieltag zeigte direkt, wohin die Reise möglicherweise gehen sollte. Beim RSV Samo Remscheid unterlagen die Gäste mit 4963:4874 Holz, nahmen jedoch über die Einzelwertung (44:34) noch einen Punkt mit (1:2). Dann gabs im Heimspiel gegen den KSC Dilsburg ein 4963:4817 (2:1), doch der Zusatzpunkt ging verloren (Einzelwertung 47:31). "Das war besonders ärgerlich, weil wir nur fünf Holz mehr gebraucht hätten, um alle drei Punkte zu holen", betont Schmidt, die selbst mit ihren 776 Holz die schwächste Starterin im Team war und daher dem Erfolg der Langenfelderinnen im Wege stand.

In den Spielen bei Preußen Lünen (4379:4485/1:2) und bei Viktoria Herne (4669:4797/1:2) sprang ebenfalls jeweils ein wertvoller Zähler heraus, während es beim Tabellenführer KC 87 Wieseck eine 4639:4919-Niederlage gab (0:3). Bis auf Bettina Woltersdorf (810) erreichte hier keine Langenfelderin den sonst üblichen Schnitt jenseits der 800 Holz. "Da haben wir richtig die Hucke vollgekriegt", meint Schmidt, "aber das war auch eine ungewohnte und sehr schwer zu bespielende Bahn. Das macht dann einfach den Unterschied."

Die nächsten Aufgaben

Mit fünf Punkten belegt der SKC Langenfeld derzeit Rang sechs in der Tabelle — eine anständige Ausgangslage für die restliche Serie, in der noch viele Heimspiele warten. "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagt Martina Schmidt, "unser Ziel ist der fünfte Platz. Dann gehen wir mit vier Punkten in die Abstiegsrunde. Das wäre schon ein gutes Polster." Am 3. November kommt der Vierte KV Maifeld-Polch und am 10. November der Zweite Oberthal zum SKC (jeweils 15 Uhr, Halle am Freizeitpark, Zum Stadion 93). Vielleicht zeigen die Langenfelderinnen dann wieder, wie groß der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist.

(dora)
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