Fußball : Die harte Landung

Der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath hielt gegen den SC Düsseldorf-West eine Halbzeit lang gut mit, fand aber nach der Pause nicht mehr statt. Das insgesamt verdiente 2:3 war im vierten Saisonspiel die vierte Niederlage.

Genau 45 Minuten lang durfte der Fußball-Landesligist TuSpo Richrath durchaus sehr ernsthaft an eine Überraschung glauben. Das Team um den neuen Trainer Michael Kezmann war schließlich im Heimspiel gegen dessen früheren Verein SC Düsseldorf-West die viel energischer auftretende Elf. Am Ende war aber alles mal wieder ganz anders, denn Richrath verlor nach einer extrem einseitigen zweiten Halbzeit unter dem Strich verdient mit 2:3 (2:1) und wartet damit in der neuen Saison nach vier Spielen weiter auf den ersten Punkt.

Düsseldorf, von Kezmann selbst zum Top-Aufstiegsfavoriten erklärt, schien sich nach dem frühen 1:0 (2.) durch Ivo Matic-Barisa bequem in einer abwartenden Rolle einrichten zu wollen. Doch die Hausherren hatten deutlich was dagegen – und bekamen die Partie bald in den Griff. Ein von Aziz Afkir brillant über die linke Seite vorgetragener Angriff brachte den 1:1-Ausgleich (7.) von Marvin Klein, ehe Afkir seinen vor dem Wechsel glanzvollen Auftritt nur fünf Minuten später mit dem Treffer zum 2:1 (12.) krönte.

Plötzlich wie verwandelt

Drei weitere Szenen hätten zu Toren für Richrath führen können. Der freie Dennis Lichtenwimmer stand knapp im Abseits (25.), während der Klein-Versuch auf die Latte tropfte (29.) und Afkirs Direktschuss über die Latte flog (38.). Die Szenen ließen TuSpo von etwas mehr träumen – und trieben Harald Becker zur Weißglut. In der Kabine schien der West-Coach jedoch den passenden Wachrüttler für seine Elf gefunden zu haben. Folge: Richrath kam jetzt über weite Strecken überhaupt nicht mehr mit.

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Kezmann rief es laut übers ganze Feld: "Wenn man die spielen lässt, sind sie stark." Dass West gleich zwei Gänge nach oben schaltete, führte erst zum 2:2 (51.), bei dem der Schuss von Toni Matic noch abgefälscht wurde. "Wir haben den Gegentreffer früh bekommen", beklagte Kezmann "und wir standen dann zu weit von den Leuten weg."

Conradi im Brennpunkt

Gegen nun dominierende Düsseldorfer lief gleichzeitig nach vorne nichts mehr, zumal Afkir mit einem restlos leeren Akku (54.) sowie der verletzte Ordnungsfaktor Marc Kübbeler (74.) später an allen Ecken und Enden fehlten. Mit dem 2:3 (74.), das Thomas Kostakis für die Gäste erzielte, war Richrath unter dem Strich sogar gut bedient. Dreimal musste etwa TuSpo-Keeper Jan Conradi reaktionsschnell ein weiteres Gegentor verhindern (66./68./79.). An eine Überraschung dachte da aber längst keiner mehr.

(RP)