Handball : Die Frage der Richtung

Handball-Oberligist SG Langenfeld steht nach zwei Niederlagen mit 6:4 Punkten noch immer ganz gut da. Weil alles eng ist, hat Trainer Heino Kirchhoff fürs Spiel gegen den TV Lobberich ein klares Ziel: "Wir müssen gewinnen."

Ein bisschen wirken die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) orientierungslos. Zuerst übernahm der Aufsteiger direkt die Tabellenspitze, die er selbst nach der ersten Niederlage behalten durfte. Gleichzeitig war das 23:28 gegen die SG Dülken ernüchternd. Es folgte eine Steigerung, die aber beim Neusser HV nicht zu einem Erfolg führte — 24:28.

Nun steht das Konto bei 6:4 Zählern und Langenfeld vor der Frage, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln. Weil als Saisonziel der sichere Klassenerhalt gilt, steht die direkte Antwort fürs Team um Trainer Heino Kirchhoff aber fest. Gegen den Letzten TV Lobberich soll heute (18.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) ein Sieg her.

"Das ist ein Vier-Punkte-Spiel", findet Kirchhoff, "wir müssen zu Hause gewinnen." Der Umkehrschluss liegt auf der Hand, denn eine Niederlage kann sich Langenfeld im dichten Gedränge der Klasse nicht erlauben. Als Vierter liegt der Aufsteiger schließlich nur drei Zähler besser als der Zwölfte SG Solingen BHC 06 II (3:7), bei dem die SGL am zweiten Spieltag soeben einen 31:29-Erfolg ins Ziel rettete. Jetzt zeigt sich mit Verspätung erst recht, wie wertvoll dieser doppelte Punktgewinn damals war.

Mit Düllberg und Wagener

Personell befindet sich Kirchhoffs Team derzeit weiter auf einer Achterbahnfahrt. Auf der einen Seite scheint sich durchaus Entspannung abzuzeichnen, weil die seit Wochen fehlenden Stefan Wagener und Fabian Düllberg vor der Rückkehr ins Team stehen. Kapitän Wagener stand zum Saisonstart auf dem Feld (24:14 bei der HSG Düsseldorf II), ehe ihn eine schmerzhafte Bauchmuskelzerrung erwischte.

Düllberg erlitt schon in der Vorbereitung einen Muskelfaserriss (Wade), der bisher überhaupt keinen Einsatz zuließ. Beide sind Bausteine für mehr Variationsmöglichkeiten und Düllbergs Wurfqualitäten aus dem Rückraum braucht Langenfeld sowieso dringend.

"Die können richtig werfen"

Tobias Kottwitz, Matthias Herff (beide Kreuzbandriss) und Alexander Klimke (Rücken) fallen weiter aus. Eine Trainingspause musste jetzt der spielende Co-Trainer Kai Wille einlegen (krank), während Niklas Körner die Übungseinheiten nicht nur in dieser Woche versäumen wird (Studium in Gießen).

Dadurch fehlt in der Vorbereitung auf Spiele erneut eine wichtige Stütze. Alles zusammen bedeutet, dass die SGL fürs Treffen mit dem Schlusslicht aufpassen muss. Kirchhoff: "Die haben schon ein paar Leute, die richtig werfen können." Ein Sieg hilft seinem Team auf jeden Fall, sich etwas besser zu orientieren.

(RP)