Lokalsport: Devils-Frauen feiern trotz Halbfinal-Pleite

Lokalsport : Devils-Frauen feiern trotz Halbfinal-Pleite

Der Skaterhockey-Bundesligist scheidet beim Europapokal-Turnier in eigener Halle unerwartet im Halbfinale aus. Doch auch mit Rang drei ist man zufrieden .

Vor den Europapokal-Spielen in der heimischen Halle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums machte Anna Goldschmidt eine klare Ansage. "Im Mai 2016 haben wir bei unserer letzten Teilnahme den vierten Platz belegt. Es wäre schön, jetzt unter die besten drei Mannschaften zu kommen. Und falls wir ins Finale kommen, wollen wir natürlich sogar den Titel holen", sagte die Feldspielerin, die für die Skaterhockey-Damen der SG Langenfeld Devils (SGL) aufläuft. Tatsächlich lieferte der amtierende Deutsche Meister hervorragende Leistungen ab und gewann das Spiel um den dritten Platz gegen den SHC Rossemaison aus der Schweiz mit 5:1.

Insgesamt 28 Mal durften die Langenfelder Skaterhockey-Frauen jubeln. Und das bei nur fünf Gegentreffern. Foto: Ralph Matzerath

Bereits im ersten Vorrunden-Spiel der Gruppe A trafen die Devils auf Rossemaison. Die Gastgeberinnen erwischten einen Traumstart und führten bereits nach sieben Minuten mit 3:0 - was auch letztlich der Endstand war. Anschließend setzten sich die Langenfelderinnen auch in der zweiten Partie mit 6:0 gegen den SHC Bienne Seelanders durch, der momentan Tabellenführer in der Ersten Liga der Schweiz ist. Dabei waren die Devils sowohl im spielerischen als auch im läuferischen Bereich deutlich überlegen, sodass das Ergebnis in der Höhe verdient war. Durch einen weiteren 3:0-Erfolg über die Bockumer Bulldogs aus Bochum holten sich die Langenfelderinnen den Gruppensieg.

In der Gruppe B wurde der Vorjahres-Pokalsieger Gentofte Starz aus Dänemark durch drei Siege Erster. "Jetzt hatte jeder im Gefühl, dass Starz und meine Mannschaft den Titel unter sich ausmachen würden", erklärte Devils-Coach Sebastian Raufuß. Im Viertelfinale traf Langenfeld auf den SHC La Baroche (Schweiz), der sogar mit drei Spielerinnen verteidigte. Die vierte Akteurin wartete vergebens vor dem Tor der Devils auf Zuspiele. In der Pause stand es bereits 7:0 für die Devils, ehe die Gäste durch eine Umstellung ihrer Taktik mit einem eigenen Treffer noch Ergebniskosmetik betrieben. Letztlich gewannen die Langenfelderinnen jedoch durch den späten Treffer des Talents Mirja Boxberg noch mit 10:1.

Im Halbfinale trafen die Devils auf die Bockumer Bulldogs. Trotz zahlreicher Möglichkeiten kamen die Gastgeberinnen im ersten Durchgang nicht über ein 0:0 hinaus. Nach der Vorarbeit von Goldschmidt traf Steffi Raufuß dann zur 1:0-Führung, ehe Bulldog-Spielerin Sarah Bramer ausglich und später das 2:1 erzielte. "Wir haben am Ende noch mal alles versucht, aber es hat nicht gereicht. Dadurch ist unser gemeinsamer Traum vom Europapokal-Sieg geplatzt", sagte der SGL-Trainer.

Weil die Langenfelderinnen nach dem ersten Schock-Momente der Niederlage wieder ihre Lockerheit zurückgewannen, konnten sie souverän den dritten Platz ergattern. "Die Niederlage aus dem Halbfinale wird uns auch in den nächsten Wochen weiterhin weh tun", betonte Sebastian Raufuß, "trotzdem kann das Team auf den dritten Platz stolz sein, der das beste internationale Ergebnis der Langenfelder Damen überhaupt ist." Bei einem Torverhältnis von 28:5 und fünf Siegen sowie nur einer Niederlage konnten die Devils durch geschlossenene Mannschaftsleistungen überzeugen. Außerdem wurden Torhüterin Eva Schmachtenberg und Spielführerin Goldschmidt in das "All Star"-Team gewählt.

Der überraschende Sieger des Turniers war letztlich der Halbfinal-Bezwinger Bockum, der im Finale gegen Starz knapp mit 2:1 gewonnen hat. "Wir können Bockum nur gratulieren. Weil die Bochumerinnen meine Mannschaft und die anderen Favoriten Starz geschlagen haben, sind sie die verdienten Gewinnerinnen", erklärte der Devils-Coach.

Im kommenden Jahr will seine Mannschaft endlich den Europapokal erfolgreich angreifen - dann möglichst ohne eine überraschende Niederlage.

(fas)
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