Lokalsport: Derbyzeit: Regionalliga beginnt mit Spektakel

Lokalsport: Derbyzeit: Regionalliga beginnt mit Spektakel

Die Handballer der SG Langenfeld erwarten heute Abend den TuS 82 Opladen. Dessen Trainer ist Fabrice Voigt - ein Ur-Langenfelder.

Bis zum Anpfiff steht alles auf null. Dann wird aber die Post abgehen - und vielleicht folgt sogar direkt der Höhepunkt der gesamten Saison. Mehr an Top-Zutaten hätten sich die Handballer der SG Langenfeld (SGL) bei den Spielplan-Erstellern der Regionalliga jedenfalls kaum wünschen können, denn das Jahr eins nach dem Abstieg aus der 3. Liga beginnt heute Abend (20 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) mit dem Heimspiel gegen den TuS 82 Opladen. Es ist ein Derby und gewürzt mit einer Reihe extrem interessanter Zutaten. Erstens: Die SGL will zeigen, dass ihr umgebautes Team in der Regionalliga Akzente setzen kann. Zweitens: Der neue SGL-Trainer Jurek Tomasik gibt seine Premiere im ersten ernsthaften Pflichtspiel. Drittens: Beide Vereine kennen sich gut, haben aber noch nie in der Meisterschaft gegeneinander gespielt. Viertens: Trainer des TuS 82 ist der Ur-Langenfelder Fabrice Voigt.

Aus der einstigen Drittliga-Mannschaft der SGL sind sechs Spieler nicht mehr dabei: Dustin Thöne (zum Longericher SC), Tim Menzlaff (Leichlinger TV), Tobias Geske (HG Remscheid), Andreas Nelte, Matthias Herff und Alexander Klimke (alle zweite Mannschaft/Verbandsliga). In Mats Heyde (21/voher Bergischer HC II), Christian Mergner (25/zuletzt Leichlinger TV) und Jan Schirweit (24/Mettmann-Sport) gehören drei neue Kreisläufer zum Aufgebot. Felix Korbmacher (23/Bergischer HC II), Lasse Fuhrmann (18/Unitas Haan) und Torhüter Fabian Bremer (24/nach Studium in Münster zurück) sind die weiteren Zugänge.

SGL-Coach Tomasik weiß, dass ein Duell mit dem TuS 82 Opladen nie normal sein kann: "Solche Derbys sind immer was Besonderes." Gleichzeitig ist er um Ruhe bemüht und versucht, den Wert des Starts sportlich einzuordnen. "Es geht nur um zwei Punkte für die gesamte Saison", sagt der Pole, "die Chancen sehe ich bei 50:50. Es kommt auch auf die Tagesform an. Ich kann versprechen, dass wir alles geben. Wenn das nicht ausreicht und der Gegner noch besser war, werde ich gratulieren." Taktisch mag er sich lieber nicht in die Karten sehen lassen, doch im Rezept dürften eine aggressive Abwehr und Tempo viel Raum einnehmen. Schmerzhaft ist, dass Steffen Hambrock wegen einer Knieverletzung länger ausfällt. Auf der linken Seite dürfte deshalb auf Felix Korbmacher viel Arbeit zukommen. Der Rückraum ist mit Korbmacher, den Spielmachern André Eich und André Boelken sowie Henrik Heider für die rechte Seite qualitativ gut besetzt - aber zahlenmäßig eher knapp ausgestattet.

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Opladens Trainer Fabrice Voigt braucht zumindest die zu erwartende Parkplatz-Knappheit rund um die Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium nicht zu fürchten. Der aus der Jugend der SGL hervorgegangene Handballer aus Leidenschaft lebt mitten in Langenfeld. "Sicher komme ich zu Fuß", betont Voigt, der beim TuS 82 in seine erste komplette Saison als Chefcoach geht. Nach Rang sechs aus dem vergangenen Jahr in der Nordrheinliga sieht er das wichtigste Ziel nun darin, "so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben". Das Verhältnis zur SGL bezeichnet er als freundschaftlich - was damit zu tun haben dürfte, dass Voigt in der Saison 2011/2012 gemeinsam mit André Eich und Vinzenz Preissegger in der Oberliga für Langenfeld unterwegs war. Und als der TuS 82 in der vergangenen Saison mal Hallenprobleme hatte, half die SGL mit gemeinsamen Trainings-Einheiten aus.

Nach Ansicht der Cheftrainer wird sich das Derby höchstens begrenzt auf die gesamte Saison auswirken. "Wir haben in der Vorbereitung gesehen, wo wir etwas zu tun haben", findet Voigt, "ich denke, wir sind bei 70 Prozent." Der Kollege Tomasik sieht es nicht so viel anders: "Lasst uns doch erst mal sechs oder sieben Spiele machen. Dann können wir das alles besser beurteilen." Die Post wird heute trotzdem abgehen - und hinterher steht definitiv nicht mehr alles bei null.

(RP)
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