Der Tabellenzweite FC Monheim tritt in der Oberliga beim FC Kray an

Fußball : FCM will im Rhythmus bleiben

Der Tabellenzweite der Fußball-Oberliga will seine stolze Serie mit weiteren Punkten ausbauen. Die Aufgabe wird für den FC Monheim beim Tabellenvierten FC Kray aber nicht einfach.

Die eine Serie ist gerissen, doch eine andere läuft weiter. Beim 0:0 im Heimspiel gegen ETB Schwarz-Weiss Essen gingen die Oberliga-Fußballer des FC Monheim (FCM) nach zuvor sechs Siegen in Folge zwar erstmals nicht als Gewinner vom Platz, dafür führte der FCM aber die Serie ohne Niederlage fort: Seit neun Partien sind die Monheimer inzwischen ungeschlagen, die letzte und bis dato einzige Pleite dieser Saison datiert vom 31. August, als die Mannschaft von Trainer Dennis Ruess bei der SSVg Velbert mit 1:3 unterlag.

Dementsprechend vermochte es die Punkteteilung gegen Essen es auch nicht, die gute Stimmung beim FCM zu trüben. „Natürlich hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn wir dieses Spiel auch gewonnen hätten, aber wir haben eben gegen einen guten Gegner gespielt, der ebenfalls sehr gut in Form war. So hat es am Ende nur zu einem Punkt gereicht, der aber auch völlig in Ordnung ist. Wir wollen nach Möglichkeit jedes Spiel gewinnen, sind aber nicht so vermessen zu sagen, dass das ein Muss wäre“, erklärt Monheims Trainer Ruess.

Die tabellarische Situation sieht für den FCM immer noch mehr als ordentlich aus: Mit 33 Punkten ist Monheim weiterhin Zweiter, auch wenn der Rückstand auf Spitzenreiter SV Straelen inzwischen sechs Punkte beträgt. Nach hinten ist der Vorsprung zwar auch etwas kleiner geworden, beträgt aber immer noch stolze fünf Zähler auf den Dritten Spvg. Schonnebeck. Und der Tabellenvierte FC Kray, Monheims Gegner am Sonntag (14.30 Uhr), liegt gar zehn Punkte hinter dem FCM. „Die Jungs spielen bisher wirklich eine richtig gute Runde. Wir wollen jetzt aber gucken, dass wir diesen Rhythmus beibehalten und das Ganze im besten Fall auch mit weiteren Punkten bestätigen“, sagt Ruess.

Die Aufgabe gegen Kray dürfte allerdings eine schwierige werden – zumal die Partie in Essen ausgetragen wird, wo fast schon traditionell eine leicht entzündliche Atmosphäre herrscht. Das durften am vergangenen Wochenende auch Monheims Lokalrivalen von den Sportfreunde Baumberg erfahren, die nach einer gleichsam ansehnlichen wie hitzigen Partie beim 4:4 einen Punkt entführen konnten. „Dort herrschen schon besondere Gegebenheiten, und Kray hat außerdem eine sehr gute, spielstarke Mannschaft. Wir bereiten unsere Jungs demensprechend auf das Gesamtpaket vor“, sagt Ruess.

Gerne hätte der Coach bei dieser kniffligen Aufgabe auch auf die körperliche Präsenz von Philip Lehnert gebaut, doch der Mittelfeldmotor wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach kein Spiel mehr bestreiten können. Beim 4:0-Sieg beim 1. FC Bocholt vor zwei Wochen war Lehnert per Notbremse gefoult worden und hatte seiner Mannschaft damit beinahe eine Stunde Spielzeit in Überzahl beschert. Der 27-Jährige zog sich in dieser Szene allerdings eine Verletzung an der Schulter zu und muss nun operiert werden. Nach dem Eingriff wird die Schulter sechs Wochen ruhig gestellt, sodass das Fußballjahr 2019 für Lehnert vorzeitig beendet ist. „Den Sieg in Bocholt haben wir uns damit im Nachheinein natürlich teuer erkauft. Philip wird uns fehlen mit seiner ganzen Art und Weise, Fußball zu spielen“, sagt Ruess. Noch kniffliger stellte sich die Situation für den Trainer dar, falls im zuletzt angeschlagenen Tobias Lippold auch der zweite Stammspieler aus dem zentralen Mittelfeld ausfallen sollte.

Umso wichtiger dürfte dann die Rolle werden, die Bahadir Incilli beim FCM derzeit ausfüllt. In der letzten Winterpause war der Innenverteidiger nach zwei Jahren beim FC Leverkusen nach Monheim zurückgekehrt und hat in dieser Saison großen Anteil daran, dass der Tabellenzweite mit Spitzenreiter Straelen die beste Defensive der Liga stellt (beide nur zehn Gegentore). Mit seinen 30 Jahren ist Incilli inzwischen der älteste Spieler im Kader und folgerichtig einer der Anführer beim FCM. „Dass Bahadir Fußball spielen kann, das wussten wir schon immer. Aber man merkt, dass bei ihm in den letzten Jahren auch eine unglaubliche persönliche Reife dazugekommen ist. Er ist für uns häufig der Fels in der Brandung, gerade in solchen Spielen, in denen wir am Ende noch einmal richtig unter Druck geraten“, sagt Ruess. Beim schwierigen Spiel in Kray werden die Monheimer einen solchen Spieler aller Voraussicht nach wieder einmal gut gebrauchen können.

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