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Lokalsport: Der Protest und ein Ausflug ins Gras

Lokalsport : Der Protest und ein Ausflug ins Gras

Die Kart-Challenge brachte Jakob Bergmeister einen aufregenden Geburtstag sowie Platz eins in der Gesamtwertung.

Tim Bergmeister lässt sich so schnell nichts vormachen. Der 38-Jährige ist schließlich vom Fach — weil er ganz früher selbst mal als Kartfahrer unterwegs war, ehe er seine motorsportliche Karriere über die Formel 3 und später vorwiegend in der GT-Klasse für Porsche fortsetzte. Derzeit kümmert sich der Langenfelder, der demnächst auch ein paar Einsätze in der American Le Mans Series haben wird, unter anderem um die ersten ernsthaften Wettbewerbs-Auftritte seines Sohns Jakob in der Kerpener Kart-Challenge — die für den Nachwuchs durch ihr Regelwerk fairen Motorsport garantieren soll. Deshalb stand für Tim Bergmeister nach dem ersten Lauf am zweiten Renn-Wochenende schnell fest: "Da stimmt was nicht." Wenig später stellte sich heraus, dass der Verdacht durchaus begründet war.

"Der Sieger hatte den viel besseren Top-Speed", fand Bergmeister, "und auch das Motorengeräusch war auffällig. Das ist doch nicht Sinn der Sache." Die technische Kontrolle durch die Veranstalter bestätigte in ihn in vollem Umfang — und der Gewinner wurde aus der Wertung genommen. Folge: Jakob Bergmeister, der die Ziellinie trotz der schnellsten Rennrunde "nur" als Zweiter überquert hatte, rückte auf den ersten Platz vor und durfte sich daher als Sieger feiern lassen.

Der zweite Lauf brachte nach einem schwierigen Start (auf Rang vier abgerutscht) wenigstens den zweiten Platz und der abschließende dritte Lauf erneut viel Aufregung. Jakob Bergmeister, der als Zweiter in der Startaufstellung stand, büßte bereits in der Einführungsrunde alle Chancen auf ein Top-Resultat ein — weil ein "Abschuss" einen unfreiwilligen Ausflug auf die Wiese brachte. Anschließend musste Jakob aussteigen und sein Kart selbst anschieben, ehe er (wie zwei andere Teilnehmer) dem Feld hinterherhetzen durfte. Mehr als Rang sieben sprang dann nicht mehr heraus.

Jakob Bergmeister war hinterher echt traurig, denn er hatte sich den Verlauf des Renntages an seinem achten Geburtstag anders vorgestellt. "Er wollte unbedingt gewinnen", berichtete Tim Bergmeister, dessen väterlicher Trost immerhin einen Teil der Enttäuschung zu lindern vermochte. Außerdem gabs am Ende des Tages in der Addition aller bisherigen Ergebnisse zumindest eine kleine Genugtuung. Jakob Bergmeister verpasste zwar knapp den Tagessieg, liegt nun allerdings in der Gesamtwertung vorne. Mit 158 Zählern löste er den Hürther Nico Hantke (150) an der Spitze ab.

(RP)