Handball : Der Lottogewinn

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld hat sich für die nächste Saison enorm verstärkt. Trainer Heino Kirchhoff gelang es, dem von vielen umworbenen Rückraumspieler Fabian Düllberg einen Wechsel schmackhaft zu machen.

Spieler von dieser Klasse sind sehr begehrt und deshalb hätten ihn viele gerne gehabt. Den Zuschlag bekam allerdings der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL), der sich für die nächste Serie auf die Dienste von Fabian Düllberg freuen kann – was zwischen einer Überraschung und einem mindestens mittleren Lottogewinn anzusiedeln sein dürfte. Der 24 Jahre alte Rückraumspieler, der zurzeit für den Oberligisten SG Solingen BHC 06 II spielt, hätte schließlich locker in die Regionalliga wechseln können. SGL-Trainer Heino Kirchhoff geht die Verpflichtung runter wie Butter: "Ich freue mich unheimlich, dass das geklappt hat."

Wenn es vor allem ums Geld ginge, hätte sich Düllberg für einen anderen Verein entscheiden müssen. Das Ja zu Langenfeld ist deshalb in erster Linie ein Produkt alter und guter Kontakte. "Ich brauchte ihn nicht zu überreden", sagt Kirchhoff, "ich konnte ihn überzeugen." Spieler und Trainer kennen sich schließlich. Kirchhoff war 2003 Trainer des Zweitligisten SG Solingen, als er den damals 17 Jahre jungen A-Jugendlichen in den Kader der Ersten beförderte. Dann gab Düllberg mit gerade 18 sein Zweitliga-Debüt – mit drei Treffern und einer überzeugenden Abwehr-Vorstellung (33:22 beim HC Erlangen).

Genaue Planung muss sein

"Fabian ist ein netter und bescheidener Typ. Auf dem Platz weiß er ganz genau, was er will. Da kann er Feuer entfachen", sagt der SGL-Coach. Genaue Planung benötigt Düllberg aber nicht nur in der Halle, denn sein Programm ist beachtlich. Neben der Tätigkeit als Kaufmännischer Angestellter (Großhandel) absolviert er momentan ein Abendstudium zum Betriebswirt. "In Solingen hats immer geklappt, das alles unter einen Hut zu bringen", berichtet Düllberg, der im halblinken Rückraum regelmäßig zu den erfolgreichsten Werfern gehört. Zuletzt waren es beim Solinger 31:28 über den Neusser HV acht Tore – fast Durchschnitt.

Bereit für Verantwortung

Als Alleinunterhalter sieht sich der 2,04 m lange Handballer trotz allem nicht. "Ich bin ein Teamspieler", betont Düllberg, der seit der C-Jugend nur für die SG unterwegs war, "aber ich scheue mich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Ich hoffe, dass ich in Langenfeld meine Erfahrung einbringen und der Mannschaft helfen kann." Sollte die SGL (derzeit Erster) den Aufstieg zur Oberliga verpassen, wäre es wohl ärgerlich – aber für Düllberg kein Grund, neu nachzudenken. Die Zusage gilt definitiv auch für die Verbandsliga und da darf sich Langenfeld sogar noch ein Stück mehr wie ein Lottogewinner fühlen.

(RP)