Handball : Der Irrtum des Chefs

Handball-Oberligist SG Langenfeld hatte gegen den TV Jahn Hiesfeld erst den falschen Film eingelegt. Über die umgebaute Abwehr, mehr Leidenschaft und Spielwitz kam das Team von Trainer Heino Kirchhoff aber zum 29:24.

Trainer Heino Kirchhoff hatte sich das alles schön ausgedacht für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) und einen Plan fürs Spiel gegen den TV Jahn Hiesfeld ausgegeben. Der "Positions-Verteidiger" gegen die starke linke Seite im Rückraum der Gäste sollte es zuerst sein.

Zwischen Theorie und Praxis klafften aber bald so große Lücken, dass eine Niederlage drohte. Also korrigierte Langenfeld sein Vorgehen in der Pause und kehrte zur offensiven Deckung im 3-2-1-System zurück. Gepaart mit einem Plus an Leidenschaft und Spielwitz sprang dann prompt ein 29:24 (15:16) heraus.

Die ersten 30 Minuten waren erstens der Versuch, Hiesfelds Christian Ginters zu kontrollieren — was ziemlich in die Binsen ging. Der Dinslakener erzielte fünf Tore und riss manche Lücken für die Nebenleute. "Das hat überhaupt nicht funktioniert", fand Kirchhoff, "und Hiesfeld hatte für uns viele richtige Antworten."

Beim 6:9 (16.) und 7:10 (17.) lag Langenfeld klar hinten, weil auch offensiv vieles gar nicht klappte. Und das 13:16 (29.) konnten Fabian Düllberg (29.) und André Eich (30.) erst spät zum knappen 15:16-Halbzeitstand verkürzen.

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Fünf Körner-Treffer

Dass die SGL die Wende einleiten konnte, war auf ein Bündel an Gründen zurückzuführen. Die umgebaute Abwehr stellte die Gäste vor viele praktisch unlösbare Rätsel — und bis zum 25:20 (52.) durch Andreas Nelte kassierte Langenfeld in fast 22 Minuten nur vier weitere Gegentreffer. Maßgeblich am Umschwung beteiligt war zudem Niklas Körner, der nach 15 Minuten den Teamkollegen Christian Majeres (viele Fehlwürfe) im halbrechten Rückraum ablöste.

Dort erzielte Körner — wegen seines Studiums in Gießen zuletzt gar nicht beim Training — zwei Treffer vor der Pause und drei nach dem Wechsel. Als der 22-Jährige wieder auf die Bank ging, war aus dem 6:9 eine wegweisendes 21:19 (41.) geworden. Der SGL gelangen im Laufe der Partie sogar weitere prächtige Aktionen — in der vorwiegend Andreas Nelte der perfekte Abnehmer war.

Eich ein "Störenfried"

Der Kreisläufer, immer wieder sehenswert eingesetzt von Fabian Düllberg und André Eich (klar verbessert), erzielte vom 24:20 (49.) bis zum 29:24 (60.) alleine fünf der sechs letzten Langenfelder Tore. Als "Störenfried" durfte hier bloß Eich mitmachen, der beim 26:20 (53.) das Muster durchbrach, das Anspiel auf Nelte vortäuschte und die Aktion selbst vollendete. Da waren die Irrtümer aus der ersten Hälfte endgültig kein Thema mehr.

SG Langenfeld: Bremer, Hanke — Majeres (1), Rosiak (4/2), Preissegger (1), Justen (2), Eich (4), Düllberg (4), Wagener (1), Felder, Körner (5), Nelte (7), Schickhaus.

(RP)