Handball : Der Griff ins Leere

Handball-Oberligist SG Langenfeld erlitt beim MTV "Timofte" Dinslaken eine 33:37-Niederlage. Nach dem Fehlen von Dawid Rosiak und dem Aus für Fabian Düllberg war die Abwehr offen wie ein Scheunentor.

Es hatte ein bisschen was vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel. Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) versuchte gestern im Spiel beim MTV Rheinwacht Dinslaken praktisch alles, aber Marius Timofte war immer schon da. Der 44 Jahre alte Spielertrainer der Gastgeber erwischte einen Sahnetag – mit 13 eigenen Treffern und vielen Anspielen auf die Nebenleute oder an den Kreis. Weil der personell geschwächte Aufsteiger SGL dagegen in der Abwehr kein echtes Mittel fand, gabs eine 33:37 (16:18)-Niederlage. "Wir haben viel probiert", sagte der Langenfelder Co-Trainer Kai Wille, "ich glaube, wir hätten noch bis Mitternacht spielen können – es hätte nichts gebracht." Weil die Gäste mit 22:10 Zählern immer noch starker Fünfter sind, schmerzt die Niederlage wohl ein bisschen weniger.

Umgebauter Mittelblock

Richtig starke Schmerzen plagen jetzt aber Fabian Düllberg, der nach knapp einer Viertelstunde heftig auf der linken Schulter landete – und fortan nicht mehr einsatzfähig war. Der Rückraumspieler, der bis dahin vier Tore erzielt hatte, fehlte mindestens genauso in der Abwehr. Weil Dawid Rosiak (Bauchmuskelzerrung) ohnehin pausierte, musste Langenfeld jetzt seinen gewohnten Mittelblock umbauen. Der Erfolg hielt sich in Grenzen, denn die immer noch beste Abwehr der Klasse kassierte 37 Gegentreffer – die Negativrekord für diese Saison sind (Durchschnitt 26,5 pro Partie).

"Das war dann selbst für uns Improvisationskünstler schwierig", bestätigte Trainer Heino Kirchhoff, der zum ersten Mal nach seiner Kur wieder bei der Mannschaft war und sich die Arbeit mit seinem Co-Trainer teilte. Beide gemeinsam sahen einen erstaunlich guten Start, denn die Gäste legten zunächst die 4:1-Fühung vor (9.). Übers 8:6 (18.) und 12:9 (22.) mussten die Langenfelder den 13:13-Ausgleich (25.) hinnehmen, ehe ihnen die Felle allmählich davonschwammen. Mit dem 24:32 (46.) war schon 15 Minuten vor dem Abpfiff alles gelaufen – obwohl sich die SGL im Rahmen ihrer Möglichkeiten bis zuletzt bemühte.

Test fürs Aluminium

Gleichzeitig kam Pech hinzu, weil allein André Eich bei Würfe an Latte oder Pfosten fünf Mal intensiv die Haltbarkeit des gegnerischen Aluminiums testete. "Wir sind immer hinterhergelaufen", bestätigte Wille, "ich hatte nie den Eindruck, dass da jetzt ein Ruck kommt." Gleichzeitig war er sich mit Kirchhoff einig, dass der verlorene Wettlauf angesichts der besonderen personellen Umstände zu verkraften ist: "Kein Vorwurf an die Mannschaft."

SG Langenfeld: Wansing, Bremer – Majeres (10), Preissegger (3), Justen (3), Eich (3/2), Düllberg (4), Wagener (1), Felder, Körner (3), Voigt, Nelte (6), Kolletzko.

(RP)
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