Fußball : Der Fußball-Clan

Beim Bezirksligisten SSV Berghausen gehören gleich vier Lehnerts zur Mannschaft. Vater Siegfried gibt dem jungen Team als Trainer die Kommandos – auf die sein Sohn Tobias sowie die Neffen Christian und Philip hören.

Beim Bezirksligisten SSV Berghausen gehören gleich vier Lehnerts zur Mannschaft. Vater Siegfried gibt dem jungen Team als Trainer die Kommandos — auf die sein Sohn Tobias sowie die Neffen Christian und Philip hören.

Gute-Laune-Quartett: Trainer Siegfried Lehnert, Tobias Lehnert, Philip Lehnert und Christian Lehnert (von links) haben einiges vor mit dem SSV. Foto: Matzerath

In manch einem Fußballverein herrscht eine familiäre Atmosphäre. Beim Bezirksligisten SSV Berghausen ist dieses Attribut allerdings mittlerweile sehr wörtlich nehmen. Wenn das Team in dieser Saison um Punkte kämpft, ist eine Familie mittendrin. Trainer Siegfried Lehnert (50) kann dabei auf dem Platz auf seinen Sohn Tobias (22) sowie seine Neffen Christian (22) und Philip (19) bauen.

Der Fußball liegt den Lehnerts im Blut — und dass die nächste Generation ebenfalls dem runden Leder nachjagen würde, ist für Coach Siegfried Lehnert keine große Überraschung: "Meine Brüder und ich waren früher immer auf dem Platz. Und natürlich haben wir auch unsere Söhne immer mitgenommen."

Der SSV ist dabei für alle Lehnerts die sportliche Heimat. Im Laufe der Zeit suchte zwar jeder schon mal die eine oder andere Herausforderung, aber inzwischen sind alle wieder zurück an der Baumberger Straße und gemeinsam für Berghausen unterwegs.

Vor einem Jahr übernahm Siegfried Lehnert das Berghausener Bezirksliga-Team als Trainer. Sohn Tobias, der Torhüter der Familie, trat nur 2010/2011 wegen seines Maschinenbau-Studiums kürzer. "Jetzt will ich wieder etwas mehr machen", meint Tobias, der sich allerdings dem ganz normalen Konkurrenzkampf zu stellen hat.

"Jeder muss kämpfen"

Dafür sorgt Vater und Trainer Siegfried: "Es ist schon eine ungewöhnliche Situation. Es soll auf keinen Fall so aussehen, als ob ich einen der Jungs bevorzuge. Manchmal verlange ich von ihnen sogar ein bisschen mehr als von den anderen."

Das kann Christian Lehnert bestätigen: "Er behandelt uns nicht anders als die anderen. Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt, da muss jeder kämpfen." Christian war in der zurückliegenden Serie beim Landesligisten HSV Langenfeld aktiv. Obwohl der Defensiv-Mann hier seinen Stammplatz eigentlich sicher hatte, kehrte er jetzt an die alte Wirkungsstätte zurück.

"Das Umfeld und die Jungs hier sind einfach klasse. Beim Training sind alle dabei und man merkt, dass wir was erreichen wollen", meint Christian. Der 22-Jährige formuliert das Ziel für das Team sogar ziemlich forsch und denkt hier ohne Umschweife an den Aufstieg in die Landesliga: "Wir wollen hoch." Sein Trainer und Onkel ist da aus der Erfahrung lieber ein bisschen vorsichtiger: "Wir wollen besser abschneiden als im letzten Jahr und vor allem einen guten Start erwischen." Als Zehnter landete der SSV in der vergangenen Spielzeit im grauen Mittelfeld.

Nachrückende Talente

Jetzt haben die Berghausener eine junge Mannschaft mit einigen starken Neuzugängen. Einige davon kommen sogar aus dem eigenen Nachwuchs — wie Mittelfeldmann Philip Lehnert, der vor seinem ersten Senioren-Jahr steht und in der vergangenen Saison mit den A-Junioren des SSV in der Niederrheinliga spielte.

"Wir hatten in unserer Jugend in den letzten Jahren ein paar wirklich starke Jahrgänge. Davon wollen wir nun natürlich profitieren", meint Siegfried Lehnert, "es heißt oft, dass sich der SSV Berghausen gute Spieler holt. In Wirklichkeit kommen viele dieser Spieler ursprünglich vom SSV." In jedem Fall herrscht beim Bezirksligisten in dieser Saison eine ganz besonders familiäre Atmosphäre.

(rod-)