Motorsport : Der Frust von Florida

Motorsportler Jörg Bergmeister hatte sich die 24 Stunden von Daytona zum Saisonauftakt deutlich anders vorgestellt. Der Porsche 911 GT 3 Cup kämpfte mit um die Spitze – bis ein früher Zwischenfall alle Träume zerstörte.

Motorsportler Jörg Bergmeister hatte sich die 24 Stunden von Daytona zum Saisonauftakt deutlich anders vorgestellt. Der Porsche 911 GT 3 Cup kämpfte mit um die Spitze — bis ein früher Zwischenfall alle Träume zerstörte.

Böses Spiel, gute Miene: Jörg Bergmeister pflegt bescheidene Ergebnisse professionell wegzustecken – um direkt wieder anzugreifen. Foto: PorschE AG

Irgendwie sah das alles gar nicht so schlecht aus. Irgendwie durfte Jörg Bergmeister beim 24-Stunden-Rennen in Daytona (Florida) auf einen anständigen Start in die Motorsport-Saison 2012 hoffen — weil sich der vierte Startplatz für den Porsche 911 GT 3 Cup im riesigen Teilnehmerfeld sehen lassen konnte. Unter dem Strich hatte der Langenfelder aber irgendwie nichts in der Hand und nach einer aufwändigen Reise höchstens einigen Frust im Gepäck: "Das war Mist."

Den Start bekam der US-Teamkollege Patrick Long im stark besetzten GT-Feld (45 Autos) sehr anständig über die Bühne, sodass er die Arbeit am Steuer als Dritter an Mike Rockenfeller (Neuwied) übergeben durfte. Jörg Bergmeisters Teilstück für zwei Stunden stützte die Chancen weiter, denn am Ende fuhr der 35-Jährige dicht hinter dem Spitzenreiter auf Rang zwei. "Eine Platzierung auf dem Podium wäre drin gewesen", fand Bergmeister — der jedoch wenig später im Stand des Teams Flying Lizard Motorsports (Sonoma/Kalifornien) aus allen Träumen gerissen wurde.

Kollision mit Folgen

Teamchef Seth Neiman, der das Fahrer-Quartett komplettierte, kollidierte bald mit einem Konkurrenten aus der Prototypen-Klasse. Der Porsche musste zur Reparatur an die Box, verlor wertvolle Zeit und fiel aussichtslos zurück. "Da war unser Rennen gelaufen", bestätigte Patrick Long. Der Rest war vor allem der Versuch, einwandfrei durch die lange Nacht zu kommen — ohne die geringste Aussicht, sich noch einmal an die Spitze heranzuarbeiten. "Uns hat auch keine Gelbphase geholfen", erklärte Jörg Bergmeister.

Kurz vor dem Ende gabs zu allem Überfluss ein technisches Problem (Servolenkung), das die von Rang 16 wieder bis auf Platz neun vorgefahrenen Lizards erneut zurückwarf. Als das Spektakel vorüber war, hatte das Team genau 706 Runden hinter sich — und damit 21 weniger als der GT-Sieger. Ein echter Trost für den Werksfahrer Bergmeister: Sein Arbeitgeber feierte in Florida einen Triumph, denn Porsche belegte trotz des Pechs bei den Flying Lizards die ersten drei Plätze.

Randvoller Terminkalender

Schmerzlindernd für Bergmeister: Daytona gehört nicht zur American Le Mans Series, in der Bergmeister bald gemeinsam mit Patrick Long seinen nächsten Titel holen möchte. Bis zum Auftakt am 17. März in Sebring (Zwölf-Stunden-Rennen) ist der Terminkalender deshalb randvoll. Nach einer kurzen Stippvisite in der Heimat fliegt der Langenfelder schon am Sonntag zurück nach Florida (Wintertests). Anschließend folgt das bei allen Fahrern beliebt-berüchtigte Fitnesscamp (diesmal auf Teneriffa). Alles dient einem Ziel: Jörg Bergmeister möchte demnächst wieder irgendwie mehr in der Hand haben.

(RP)