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Motorsport: Der Frust ist Stammgast bei Bergmeister

Motorsport : Der Frust ist Stammgast bei Bergmeister

Die neue Saison läuft für den Motorsportler gar nicht nach Wunsch. Beim Rennen in Laguna Seca musste er sich mit Platz fünf begnügen. Über seinen Fahrfehler ärgerte er sich am meisten.

Die Tour de Frust geht weiter für Jörg Bergmeister. Der Langenfelder, der sich nach zwei Jahren in der Langstrecken-Weltmeisterschaft sehr über seine Rückkehr in die Vereinigten Staaten von Amerika gefreut hatte, fährt dem Erfolg noch immer hinterher.

Die Ziffernfolge 7-7-8-5 ist auch keine Geheimnummer für eine Kreditkarte oder die SIM-Karte im Smartphone, sondern der Beleg für eine bisher unbefriedigend laufende Saison in der Tudor United SportsCar Championship (TUSCC). Auf Rang sieben bei den 24 Stunden von Daytona und den zwölf Stunden von Sebring in Florida folgte Platz acht auf dem Straßenkurs von Long Beach. Auch der vierte Lauf 2015 war in Kalifornien zu Hause. Die Hoffnungen, in Laguna Seca zumindest einen Platz auf dem Podium zu ergattern, erfüllten sich allerdings nicht. Bergmeister erreichte das Ziel im Porsche 911 RSR des Teams Porsche North America als Fünfter.

Das Rennen auf dem 3,6 Kilometer langen Kurs war auch eine logistische Herausforderung - weil Porsche die Werksfahrer am Wochenende voller Termine in Europa und den USA aufteilen musste. Bergmeisters Stamm-Teamkollege Earl Bamber aus Neuseeland war in der Langstrecken-Weltmeisterschaft in England unterwegs und deshalb rückte Michael Christensen nach. Der Däne musste jedoch gleichzeitig dem Franzosen Patrick Pilet im zweiten Porsche 911 RSR helfen - also zwischen den beiden Fahrzeugen wechseln.

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Für Mehrarbeit sorgte die Personal-Knappheit auch bei Jörg Bergmeister. Kollege Christensen übernahm das Qualifying (Zeittraining), in dem er den sechsten Platz belegte, und den ersten Teil des Rennens. Direkt nach dem Start konnte er eine Position gutmachen, ehe er den Dienstwagen für die restlichen zwei Stunden an den 38 Jahre alten Langenfelder übergab. Bergmeister wollte alles für eine Positionsverbesserung tun, erlitt dabei allerdings einen Rückschlag. Als er im Verkehr hinter einem Auto aus der Prototypen-Klasse unterwegs war, passierte ihm ein Fahrfehler.

"Ich habe zu früh eingelenkt und bin in den Dreck gekommen", sagte Bergmeister, der bis ans Ende der Klasse GTLM durchgereicht wurde. Das ärgerte ihn mächtig: "Du siehst ja sofort, wie sich das auswirkt. Mein Fehler war nicht sehr förderlich." An ein Top-Resultat durfte er spätestens jetzt nicht mehr denken. Stattdessen ging das Rennen praktisch von vorne los.

Ein frischer Satz Reifen erlaubte es, später drei Mitbewerber zu überholen und die Punkte für Rang fünf mitzunehmen. "Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten", erklärt Bergmeister, der Rang drei als das Maximum gesehen hätte: "Die beiden BMW vorne waren zu schnell." Ob die als Saisonziel formulierte Meisterschaft noch ein Thema sein kann, kann er kaum einschätzen. Einerseits ist der Abstand nach vorne mit rund 30 Punkten groß, andererseits ist die Saison nicht mal zur Hälfte vorbei. "Ich hoffe, dass wir Fortschritte machen", betont Bergmeister, dessen nächster Einsatz in den USA Ende Juni in Watkins Glen folgt.

Über einen Mangel an Beschäftigung kann Bergmeister trotzdem nicht klagen, denn er ist bei zwei spektakulären Höhepunkten in Europa im Einsatz. In einer Woche startet der Langenfelder fürs beinah direkt neben der Rennstrecke angesiedelte Team Frikadelli Racing bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring, ehe der Mythos Le Mans in den Fokus rückt. Am 13. und 14. Juni ist das berühmte 24-Stunden-Rennen der Nabel der Motorsport-Welt. Jörg Bergmeister ist - wie immer seit vielen Jahren - ebenfalls am Start. Vielleicht kann er "nebenbei" die Tour de Frust zu Ende bringen.

(RP)