Fußball : Der Boden der Tatsachen

Fußball-Landesligist HSV Langenfeld ist wieder mitten im Abstiegskampf gelandet. Trainer Guido Röhrig bemüht sich um Gelassenheit: "Es ist noch alles im grünen Bereich." Die Partie beim SC Union Nettetal wird sehr schwierig.

Das hatten sich viele einfacher vorgestellt. Mit guten Hoffnungen waren die Fußballer des HSV Langenfeld in ihre zweite Landesliga-Saison gestartet. Eine bessere Vorbereitung und die Erfahrungen des vergangenen Jahres sollten helfen, den Klassenerhalt jetzt etwas früher zu sichern. Doch nach drei Punkten aus vier Partien ohne Sieg ist Ernüchterung eingekehrt. Und die Mannschaft steht beim SC Union Nettetal direkt wieder unter Druck (Sonntag, 15 Uhr).

Für Trainer Guido Röhrig ist die Entwicklung allerdings keine große Überraschung: "Ich weiß nicht, was alle erwarten. Für uns ist nach wie vor jedes Spiel ein Endspiel um den Klassenerhalt, jeder Punkt ein Gewinn. Wir haben drei Punkte und vier Teams hinter uns – es ist also alles noch im grünen Bereich." Trotzdem konnte Röhrig mit den jüngsten Leistungen beim SV Uedesheim (3:3) und gegen TuSpo Richrath (1:2) nicht zufrieden sein. In den nächsten Partien muss vor allem eine kämpferische Steigerung her, denn einige Spieler zeigten ausgerechnet gegen Richrath nicht genug Einsatz. Dazu fehlte dem fußballerisch starken Mittelfeld zuletzt oft die entscheidende Idee, um eine echte Torchance zu erzeugen.

Stürmer ohne Vorlagen

Im Duell mit TuSpo interpretierten Andreas Gumilar, Jens Hülsen und Alexander Michel ihre Rolle im zentralen Mittelfeld sehr defensiv. Als Folge hingen die Stürmer meist nur in der Luft und die Tormöglichkeiten hielten sich in Grenzen. Gegen Nettetal wünscht sich Röhrig Vorteile von der Spielweise der Gastgeber. "Das ist endlich mal ein Gegner, bei dem wir nicht das Spiel machen müssen. Ich hoffe, das kommt uns entgegen", meint der HSV-Coach. Nettetal schätzt er auf jeden Fall stark ein: "Die werden sicher unter den ersten fünf Mannschaften landen. Die haben ganz andere Voraussetzungen als wir."

Die Erwartungen sind deswegen auch realistisch und nicht besonders hoch. "Ein Punkt wäre ein echter Erfolg und gut für die Moral", findet Röhrig. Etwas Zählbares wäre außerdem für den weiteren Saisonverlauf wertvoll. Denn für den HSV hat jetzt der Abstiegskampf von vorne begonnen. Das müssen jetzt alle einsehen – selbst die, die es sich vielleicht alles etwas einfacher vorgestellt hatten.

(RP)