Der Architekt: El Halimi baut Baumberg um

Fußball : Der Architekt: El Halimi baut Baumberg um

Der Trainer des Oberligisten warnt vor zu hohen Erwartungen. Der Saisonstart gegen Ratingen 04/19 wird direkt ein Härtetest.

Keiner weiß was Genaues. Da geht es dem Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) so ähnlich wie vielen anderen Mannschaften. Dabei muss Trainer Salah El Halimi erst einmal mit einer „Altlast“ kämpfen. In der vergangenen Saison, als der Rückkehrer (nach Fußball-Pause) höchstens hin und wieder als Zuschauer da war, belegte Baumberg den zweiten Tabellenplatz – was zwar dem hohen spielerischen Potenzial der Mannschaft entsprach, aber möglicherweise übertriebene bis falsche Erwartungen weckt. „Sich daran zu orientieren, ist gefährlich“, hatte der neue/alte SFB-Coach schon am Anfang der Vorbereitung betont. Mit der Festlegung eines konkreten Saisonziels tut er sich weiter schwer: „Wir wollen uns entwickeln und weiter in der Oberliga etablieren. Den Leuten soll es Spaß machen, uns zu sehen.“

El Halimi legt sich sogar fest, dass für die Sportfreunde diesmal kein Top-Ergebnis herauskommt: „Die ersten fünf Plätze sind für mich vergeben. Es ist der Wahnsinn, was manche gemacht haben.“ Zu den aus seiner Sicht über den anderen thronenden Klubs gehören etwa der Regionalliga-Absteiger SV Straelen und der Vorjahresdritte 1. FC Bocholt. Wo die Baumberger eventuell einzuordnen sind, dürfte der Saisonstart am Sonntag (15 Uhr, Sandstraße) zeigen, denn es geht gegen den Kreisrivalen Ratingen 04/19. Das Duell mit dem Sechsten der vergangenen Serie ist sportlich reizvoll und atmosphärisch belastet. „Wir haben versucht, das Spiel auf Samstag vorzuziehen“, sagt El Halimi, „das hat Ratingen abgelehnt. Darüber bin ich enttäuscht.“

Grund für den Wunsch der Hausherren: Am Sonntag beginnt das islamische Zuckerfest (türkisch Bayram/marokkanisch Eid). „Der erste Tag ist unser größter Feiertag“, erklärt der SFB-Trainer mit marokkanischen Wurzeln, der als Familienmensch gilt – und sich deshalb vor gut einem Jahr entschlossen hatte, eine Fußball-Pause einzulegen.

In der Serie 2018/2019 gewann Baumberg beim Kreisrivalen mit 3:2 – nicht zuletzt deshalb, weil Robin Hömig zwei Elfmeter sicher verwandelte. Das Rückrunden-Heimspiel am 10. März gehörte in die Kategorie „vom Winde verweht“. Ein Jahr zuvor ging Baumberg zweimal als Verlierer vom Platz: Nach dem 0:2 zu Hause gab es auswärts ein 1:2. Ratingen gehört demnach eher nicht zu den Baumberger Lieblingsgegnern.

Als Trainer ist Salah El Halimi gerade damit beschäftigt, den Umbau der Mannschaft einzuleiten – wie damals, als er nach dem Abstieg in die Landesliga vieles verändert hat. Zuletzt standen in der ersten Runde des Niederrheinpokals (9:0 beim Landesligisten VfB Speldorf) fünf zum Teil sehr junge Neuzugänge im Team. Manches spricht dafür, dass es gegen Ratingen vergleichbare viele sein werden, zumal die personelle Lage besser sein könnte. Vorne fehlt zum Beispiel weiter Dominik Oehlers und hinten liegt Lukas Fedler ebenso auf Eis wie Torhüter Daniel Schwabke (alle verletzt). Kapitän Ivan Pusic ist zwar aus dem Urlaub zurück, war anschließend aber beruflich stark eingespannt.

Als Nummer eins für Schwabke rückt nicht etwa die bisherige Nummer zwei zwischen die Pfosten, denn Tayfun Altin wird überhaupt nicht mehr für Baumberg spielen (zum Cronenberger SC). Salah El Halimi vertraut vielmehr dem jungen Jannik Hinsenkamp (19), der vom FSV Duisburg an die Sandstraße gewechselt ist. Ratingen wird aber nicht nur für den talentierten Keeper zur Bewährungsprobe, sondern für alle Baumberger.

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