David Berghausen trifft den Goliath Uerdingen

Fußball : Berghausen fiebert dem Pokalhit entgegen

Fußball-Bezirksligist steht am Mittwoch vor dem größten Spiel seiner Vereinsgeschichte. Gegner ist der Drittligist KFC Uerdingen.

Die neue Saison ist noch sehr jung, aber dem Fußball-Bezirksligisten SSV Berghausen steht bereits eine ganz besondere Aufgabe bevor. In der ersten Runde des Niederrhein-Pokals trifft das Team von Trainer Patrick Michaelis am Mittwoch (19 Uhr, Stadion Jahnstraße) auf den nach seinem Aufstieg vier Klassen höher angesiedelten Drittligisten KFC Uerdingen. „Die Jungs freuen sich total auf die Aufgabe. Auch für mich als Trainer ist es das größte Spiel meiner Laufbahn. Wir treffen zwar auf einen großen Gegner, aber wir dürfen vor dem Spiel keine Angst haben“, sagt Michaelis.

Am 31. Mai setzte sich Berghausen mit dem damaligen Coach Siegfried Lehnert im Finale des Kreispokals knapp mit 1:0 gegen den Liga-Rivalen VfB Solingen durch und sicherten sie sich so zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ein Ticket für den Niederrhein-Pokal. Dass dann Uerdingen als dickster möglichee Brocken als Gegner herauskommen würde, kam überraschend. Alle wussten sofort, dass damit ein enormer organisatorischer Aufwand verbunden ist. Berghausen wollte die Partie trotzdem unbedingt in heimischer Umgebung austragen.

Der SSV-Vorsitzende Wolfgang Wollenberg und sein Team mussten zuerst die Durchführungsbestimmungen des Fußball-Verbandes Niederrhein (FVN) studieren und dann umsetzen. Ein Punkt: Die SSV-Anlage an der Baumberger Straße kam nicht in Frage. Dann lehnte die Stadt einen Umzug ins Stadion an der Jahnstraße zunächst ab, weil dort der Rasen in der Sommer-Regeneration und eigentlich gesperrt ist. „Dann habe ich unserem Bürgermeister Frank Schneider aber erklärt, dass wir das Heimrecht nicht mit Uerdingen teilen können. Deren Grotenburg-Stadion wird umgebaut und es wäre nicht kalkulierbar gewesen, die Kosten mit Uerdingen zu teilen, um in einem anderen Stadion zu spielen“, erläutert Wollenberg. Vor zwei Wochen gab die Stadt dem Verein dann doch grünes Licht.

Darüber hinaus geht es um ein intensives Sicherheitskonzept, das zwei Szenarien vorsieht. Im ersten Fall, den Wollenberg als sehr wahrscheinlich einschätzt, rechnet der SSV mit höchstens 500 Zuschauern – weil sich nur 150 Uerdinger Fans ankündigten und aus Langenfeld nicht mehr als 150 Zuschauer zu erwarten seien. „Es ist ja noch Ferienzeit und am Mittwochabend findet jetzt ja immer ein Konzert in der City statt. Deshalb dürfte es im Stadion nicht so voll werden“, meint der SSV-Chef.

Falls höchstens 500 Zuschauer da sein sollten, gibt es keine strikte Trennung der beiden Fanlager. Der SSV ist mit 45 eigenen Mitgliedern da und darüber hinaus stehen 15 Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes zur Verfügung. Die Parkplätze direkt vor dem Stadion sind nur für die Mannschaften vorgesehen. Zuschauer können in der Nähe des Freizeitparks parken. Die beiden Stadionsprecher Martin Jakobs und Stefan Warschun werden aktuelle Informationen an die Fußball-Fans weitergeben.

Sollten für die Pokalpartie, bei der die Rolle klar verteilt sind, mehr als 500 Karten verkauft werden, tritt das zweite Szenario in Kaft: Dann ist eine strikte Fantrennung vorzusehen. Wollenberg: „Kurzfristig werden wir im zweiten Fall das Sicherheitspersonal weiter aufstocken. Wir haben aber in den letzten Tagen mit den Uerdinger Fanbeauftragten sowie der Mettmanner und Uerdinger Polizei gesprochen. Beide rechnen ebenfalls fest mit dem ersten Szenario rechnen.“

Sportlich reist der KFC nach dem jüngsten 1:0 beim TSV 1860 München mit viel Selbstvertrauen an. Ob Uerdingen mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Kevin Großkreutz, Maximilian Beister und Stefan Aigner antritt, ist offen. Wollenberg gibt sich mit dem Blick auf den Ausgang der Partie realistisch: „Obwohl unsere Jungs hochmotiviert sind, haben wir nur sehr geringe Chancen. Wir hoffen auf ein achtbares Ergebnis und wollen keine zwölf Gegentore bekommen.“

Der SSV gewann am Sonntag sein erstes Meisterschaftsspiel in der neuen Saison mit 3:1 gegen den Landesliga-Absteiger ASV Mettmann. Nun will er den Uerdingern mit einer geschlossenen und kompakten Mannschaftsleistung begegnen. „Ich wünsche mir, dass die Jungs viel miteinander reden und auf dem Platz viel arbeiten“, betont Michaelis, „über Uerdingen müssen wir uns nicht weiter unterhalten. Es wird für uns ein Erlebnis sein, gegen sie zu spielen.“ Sicher ist unabhängig vom Resultat, dass mit dem Anpfiff der Höhepunkt der bisherigen Berghausener Fußball-Vereinsgeschichte beginnt.

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