Handball : Das Warten aufs Wunder

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld will als Dritter das Prestigeduell gegen den Ersten Unitas Haan gewinnen.Das Spitzenspiel soll ein echter Festtag werden, aber ein Zehn-Tore-Sieg für den Aufstieg ist extrem unwahrscheinlich.

Im Grunde ist die Situation so gut wie aussichtslos und der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) macht sich im Kampf um den Aufstieg drei Runden vor dem Ende der Saison auch keinerlei Illusionen. Zwei Punkte hinter dem Ersten Unitas Haan (41:5 Punkte) und einen Zähler hinter dem Zweiten Mettmann-Sport (40:6) braucht der Dritte Langenfeld (39:7) schon ein mittelprächtiges Wunder, um sich noch nach vorne zu schieben. Das Spitzenspiel gegen Haan soll heute Abend (18.15 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) trotzdem wieder zu einem Festtag der besonderen Art werden.

Weil in der Endabrechnung der direkte Vergleich bei der Vergabe der Plätze zählt, hilft Langenfeld ein knapper Erfolg über Haan nur begrenzt. Dann hätten die beiden Meisterschafts-Anwärter zwar je 39:7 Zähler, doch aus der Hinrunde schleppt Langenfeld ein 24:33 durch die Gegend. Dass sich dieses Ergebnis ausbügeln lässt, mag auch Trainer Heino Kirchhoff nicht glauben: "An so etwas zu denken, ist albern. Wir wollen versuchen, dieses Spiel überhaupt zu gewinnen. Ich denke, dass es eng wird."

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Ein kurzer Blick zurück

Zumindest in der Vergangenheit und erst recht zu Hause sah Kirchhoffs Team gegen die Unitas immer gut aus. In der Verbandsliga-Serie 2008/2009 gabs in Haan ein 29:33 und später die 31:30-Revanche. Als beide 2006/2007 der Landesliga angehörten, entschied die SGL beide Duelle für sich – 26:23, 25:23. Am Ende brachte das allerdings herzlich wenig, weil Langenfeld den Aufstieg verpasste (Dritter) und Haan (Zweiter) am Ende tatsächlich über eine Qualifikationsrunde den Zug nach oben erreichte.

Die Vorbereitungen hätten aus Kirchhoffs Sicht besser laufen können, weil aus den verschiedensten Gründen nicht alle Spieler im erforderlichen Umfang an Bord waren. Der Coach traut seiner Mannschaft jedoch zu, alle Reserven zu mobilisieren: "Egal, wie die Trainingswoche ist – wir kriegen es hin. Ich glaube fest daran." Zuletzt fehlten in der Partie beim Kettwiger TV immerhin Dennis Werkmeister, Kai Wille (berufliche Gründe), Matthias Herff und Niklas Körner (verletzt). Trotzdem sprang ein 32:21-Sieg heraus.

Abwehr gegen Angriff

Duelle zwischen der SGL sind immer reizvoll, weil es meistens um viel geht. Diesmal prüft zudem die mit deutlichem Abstand beste Abwehr aus Langenfeld (536 Gegentore) den bei Weitem erfolgreichsten Angriff der Klasse aus Haan (842 Tore). Wer aus diesen Stärken letztlich seinen großen Festtag zu machen versteht, ist völlig offen.

(RP)