Handball : Das unglaubliche Comeback

Handball-Oberligist SG Langenfeld bot bis zum 0:5 eine Frechheit und bis zum 9:11 wenig. Dann kamen Fabrice Voigt und der lange verletzte Fabian Düllberg – der neun Tore erzielte. Am Ende gabs ein 35:24 über den TV Jahn Hiesfeld.

Es war wohl der passende Gegner fürs richtige Ergebnis zum richtigen Zeitpunkt. Und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) nutzte die Gunst der Stunde, um durch den am Ende ungefährdeten 35:24 (17:14)-Sieg über den Letzten TV Lobberich etwas fürs Selbstwertgefühl zu tun – das nach zwei Niederlagen hintereinander (23:28 gegen SG Dülken, 24:28 beim Neusser HV) zumindest leicht angekratzt war. Viel mehr als den dringend benötigten Pflichtsieg brachte der Aufsteiger allerdings nicht auf die Beine, weil manches rätselhaft blieb. Trainer Heino Kirchhoff atmete trotzdem durch: "Wir haben jetzt mehr Ruhe und wir haben zwei Wochen Pause."

Unverschämter Auftakt

Den Start in die Partie gestalteten die Hausherren empörend – 0:5 (4.). In der allgemein herrschenden Lethargie verstand Langenfeld kaum, was da unten geschah. Das ließ sich jedoch auf einen simplen Nenner bringen: Lobberich profitierte von einer hanebüchenen Fehlerkette und ließ sich nicht lange bitten. Mit dem 1:5 (4.) durch Tobias Justen begann die SGL wenigstens teilweise am Spiel teilzunehmen, ehe Kirchhoff nach dem 4:9 (12.) von allem genug hatte und eine Auszeit nahm. Prompt gabs vier Treffer hintereinander zum 8:9 (15.), doch der echte Wandel trat beim Stande von 9:11 erst ab der 20. Minute durch einen Doppelwechsel ein.

Fabrice Voigt übernahm mit viel mehr Wirkung die Regie-Aufgabe des bis dahin erneut arg enttäuschenden André Eich und Rückraumspieler Fabian Düllberg bestritt nach überstandenem Muskelfaseriss (Wade) seine Saison-Premiere. Außerdem rückte Dawid Rosiak als Rechtshänder auf die rechte Seite, um von dort die lange komplett fehlenden Impulse zu setzen.

Düllbergs Comeback musste den Gästen wie ein Albtraum vorkommen, denn der 25-Jährige traf allein vor der Pause viermal und war so maßgeblich am 17:14 (30.) beteiligt. Dann arbeitete Düllberg durch fünf weitere Tore mit am 26:19 (44.), ehe er die eigene Produktion drosselte und "nur" noch die Kollegen bediente – wie etwa Tobias Justen, der als Rechtsaußen und Deckungsspieler eine starke Partie bot.

Höchster Saisonsieg

Auf der Zielgeraden hatte Langenfeld trotz erstaunlicher Schiedsrichter-Pfiffe (viele Zeitstrafen) und wieder krass steigender Fehlerquote alles im Griff und beim 31:21 (54.) erstmals zehn Tore Vorsprung. Am Ende reichte es sogar zum höchsten Saisonsieg. Lobberich war eben der passende Gegner fürs richtige Ergebnis zum richtigen Zeitpunkt.

SGL: Hanke, Wansing – Majeres (2), Rosiak (7/4), Preissegger (3), Justen (4), Eich, Düllberg (9), Wagener (2), Felder, Schickhaus, Körner (1), Voigt (3), Nelte (4).

(RP)