Handball : Das Spiel mit dem Feuer

Handball-Verbandsligist SG Langenfeld erzielte zum Saisonstart ein glanzloses 33:31 beim TV Ratingen. Der Titelkandidat blieb noch vieles schuldig und erlaubte sich nach dem 24:17 sogar eine chaotische Schlussphase.

Den größeren Glanz wollte sich der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) vermutlich für später aufheben. Und so geriet der Auftakt zur neuen Saison, an deren Ende der Aufstieg immerhin in die Oberliga stehen soll, reichlich durchwachsen. Das Team von Trainer Heino Kirchhoff gewann beim TV Ratingen mit 33:31 (17:12), hatte aber streckenweise reichlichst Sand im Getriebe – vorne wie hinten. "Über 30 Gegentreffer sind viel zu viel", urteilte Kirchhoff, "das geht gar nicht." Das Beste waren am Ende die beiden Punkte und ein paar Elemente, die doch zu den hohen Ansprüchen passten.

Nach dem 9:3 (15.) schien Langenfeld alles sicher im Griff zu haben und schaukelte die Partie auch zum 17:12 in die Pause. Immer dann, wenn Ratingen ernsthaft heranzukommen drohte, fand der Titelkandidat richtige Antworten – unter anderem über die Gegenstöße von Matthias Herff. Als Andreas Nelte (31.) und Vinzenz Preissegger (33.) rasch auf 19:12 erhöht hatten, begann sich Langenfeld zunehmend in seinem Vorsprung einzurichten – und gleichzeitig den Faden zu verlieren. Es folgten reihenweise chaotische Szenen.

Unverdauliche Mischung

Im Anschluss ans 20:15 (35.) ging das Durcheinander erst richtig los, weil den Gästen trotz ihrer Überzahl (zwei Zeitstrafen gegen Ratingen) oft der nötige Durchblick fehlte. Dennoch sahen sie nach dem Tor von Fabian Düllberg plötzlich das erstaunliche 22:15 (38.) auf der Anzeigetafel und Düllberg erhöhte wenig später auch auf 24:17 (40.). Der Rest war eine schwer erträgliche Mischung aus schwächster Abwehrarbeit mit 14 Gegentreffern in den letzten 20 Minuten und zahlreichen kopflos wirkenden Angriffen. "Unsere Spielleitung hat nicht gestimmt", fand Kirchhoff, der hier seine Regisseure Stefan Wagener, Dawid Rosiak und Fabrice Voigt meinte. Langenfeld hätte beinah die Quittung bekommen, denn Ratingen war über ganz großen Einsatz beim 28:29 (54.) plötzlich wieder ganz dicht dran.

Große Erleichterung

Dass es nicht noch haariger wurde, war jetzt ein Verdienst von Sven Kniesche, dessen Einsatz bis kurz vor dem Anpfiff wegen einer Fingerverletzung in Frage stand. Der junge Linkshänder (20) sorgte mit den sehenswerten Toren zum 30:28 (54.), 32:28 (58.) und 33:29 (59.) für riesige Erleichterung bei Langenfeld, das mehr Glanz wohl für später aufheben wollte.

SG Langenfeld: Kottwitz, Bremer – Kniesche (6), Rosiak (4/2), Preissegger (1), Justen, Düllberg (7), Wagener, Klimke, Herff (6), Körner (5), Voigt, Nelte (4), Wille.

(RP)