Handball: Das Rezept: Handball mit Leidenschaft

Handball : Das Rezept: Handball mit Leidenschaft

Der zuletzt durch rätselhafte Schwankungen aufgefallene Oberligist SG Langenfeld betrieb beim 26:24-Erfolg über die DJK Adler Königshof viel Wiedergutmachung. Spielerischer Glanz war selten, aber der Kampfgeist überragend.

Die Versöhnung mit den eigenen Fans ist dem Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) schon mal gelungen. Das Team von Trainer Leszek Hoft setzte dabei auch die junge Tradition fort, in dieser Saison ungewöhnlich rasch zwischen den Extremen zu wechseln. Nach dem 24:23 zum Saisonstart gegen Unitas Haan gab es die 19:29-Pleite beim TV Jahn Hiesfeld und nach dem 21:21 gegen die Bergischen Panther das 23:32-Debakel beim TV Lobberich.

Nun schaltete Langenfeld zurück in den Leidenschafts-Modus, bekämpfte dadurch einige personelle Widrigkeiten und gewann gegen die DJK Adler Königshof mit 26:24 (13:12). "Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen", sagte Hoft, "wir standen doch unter großem Druck. Heute ist das Wichtigste, dass wir gewonnen haben. Und ich glaube, jeder hat gesehen, wie sehr wir die Punkte wollten."

Langenfeld hatte ohnehin ausreichend Sorgen, weil der eine oder andere Spieler im Prüfungs- und Vorbereitungs-Stress steckt - was sich auf allgemeine Belastbarkeit und Inhalte des Trainings auswirkt. Der Ausfall von Linkshänder Sven Kniesche (private Gründe) kam hinzu.

Durch das Hochziehen von Henrik Heider aus der zweiten Mannschaft ließ sich die Lücke schließen und im weiteren Verlauf entpuppte sich die Maßnahme sogar als Volltreffer. Dann traf kurz vor dem Spiel die Absage von Vinzenz Preissegger aus familiären Gründen ein (Kind krank). Und damit hatte die SGL ihren vorne wie hinten zweikampfstärksten Spieler nicht an Bord.

Die Nervosität der Gastgeber war überall zu spüren und nicht zuletzt deshalb kamen spielerische Höhepunkte zu kurz. Dafür war die Partie von der ersten Minute an ein Kampf voller Hingabe und der sichtbare Versuch, den zuletzt entstandenen Schaden zu reparieren. Übers 2:0 (3.) und 4:2 (8.) entwickelte sich ein zähes Ringen, in dem die SGL beim 6:7 (21.), 10:11 (26.) und 11:12 (28.) in Rückstand lag.

Viel spricht trotzdem dafür, dass sich die SGL genau in dieser kritischen Phase den Zusatzschub für die zweite Halbzeit verschaffte. Direkt nach dem Treffer kassierte Dustin Thöne eine Zeitstrafe, bevor ihm nach dem 11:13 (28.) hintereinander André Eich und Andreas Nelte folgten. Als für über eine Minute lediglich drei Langenfelder auf dem Feld standen, gab es keinen Gegentreffer. Als sich kurz darauf vier Spieler der SGL gegen sechs Krefelder wehrten, gelang Kapitän Matthias Herff ein paar Sekunden vor der Pause der 12:13-Anschluss. Mehr Antrieb ging nicht.

Das Duell blieb ein zähes Ringen um jeden Zentimeter - 14:14 (33.), 16:16 (36.), 19:19 (43.), 20:20 (45.), 22:21 (50.). Der für Tobias Geske eingewechselte Torhüter Tobias Hanke leitete wesentliche Beiträge dazu, dass Langenfeld auf den Weg zum Erfolg einbog.

Belege: Beim Stande von 16:16 wehrte er einen Siebenmeter ab und beim 21:20 (47.) irritierte er den freien Königshofer Thorsten Spoo so stark, dass der seine Chance nicht nutzen konnte. Das 22:20 (49.) von Kreisläufer Andreas Nelte war das erste klarere Signal für zwei Punkte, aus dem André Eich mit dem 23:21 (53.) und Max Adams mit dem 24:21 (55.) den ersten Drei-Tore-Vorsprung machten.

Der Rest sah aus wie eine verblüffenden Kopie des ersten Abschnitts. Zunächst musste wieder Dustin Thöne runter (55.). Folge: Tim Lipperson erhöhte in Unterzahl auf 25:21 (57.). Genau zwei Minuten und eine Sekunde vor dem Ende wurde es erneut kurios, denn zunächst wusste Christians Majeres nicht, warum er den Platz verlassen sollte.

Kreisläufer und Abwehrchef Nelte kommentierte die Aktion, indem er die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Dafür durfte er dann ebenfalls runter. Folge: Die Adler verkürzten per Siebenmeter auf 22:25 (59.), doch Max Adams erlöste die wieder dezimierten Hausherren mit dem 26:22 (59.). Das war 75 Sekunden vor der Schluss-Sirene die Entscheidung - und die Versöhnung mit den eigenen Fans.

SG Langenfeld: Hanke, Geske - Thöne, Majeres (1), Heider (2), Tim Lipperson (3), Adams (2), Schickhaus (1), Herff (3/1), Lars Lipperson (3), Stolley (2), Eich (6/3), Nelte (3).

(RP)