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Handball: Das Rezept: Abwehr aus Beton, Angriffe in Lichtgeschwindigkeit

Handball : Das Rezept: Abwehr aus Beton, Angriffe in Lichtgeschwindigkeit

Handball-Oberligist SG Langenfeld überrollte TuSEM Essen II in der Endphase der Partie zum 33:19. Das Team von Trainer Leszek Hoft lieferte dabei defensiv wie offensiv eine glanzvolle Vorstellung ab.

Es gibt solche Spiele, in denen plötzlich alles wie von alleine zu laufen scheint und sämtliche Maßnahmen voll greifen. Deshalb konnte Trainer Leszek Hoft schon weit vor dem Ende der Partie des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) gegen TuSEM Essen II die Fäuste ballen. "Das hat Spaß gemacht", fand Hoft, "unsere Taktik ist aufgegangen." Auf der Anzeigetafel war auf jeden Fall ein bemerkenswertes 33:19 (16:13) abzulesen, bei dem sich Langenfeld vor allen Dingen später in einen Rausch steigerte. "Da war es zum ersten Mal ungefähr so, wie ich mir unseren Handball vorstelle", betonte der SGL-Coach, der sich gemeinsam mit seiner Mannschaft verdient von den Fans feiern lassen durfte.

Erster gelungener Schachzug: In der Startaufstellung stand überraschend Dawid Rosiak, der nach einer langen Verletzungspause (Syndesmoseband gerissen) seine Saison-Premiere gab. Unter dem Strich lieferte der Rückraumspieler, der sich auf Einsätze im Angriff beschränken durfte, eine überzeugende Leistung ab. Zweiter gelungener Schachzug: Langenfeld begann wieder mit Christian Majeres, für den ab der 21. Minute vorübergehend Sven Kniesche kam — und Essen hatte mit dem rechten Rückraum der SGL oft große Probleme.

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Dritter gelungener Schachzug: Vinzenz Preissegger, der momentan in einer überragenden Form spielt, gab für rund 40 Minuten den vorgezogenen Abwehrspieler und trickreichen Linksaußen — der sieben zum Teil sehr sehenswerte Treffer erzielte. Vierter gelungener Schachzug: Ab der 41. Minute ersetzte der schnelle Matthias Herff, der bis dahin auf der Bank geschmort hatte, den Teamkollegen Preissegger. Dieser Tausch entwickelte sich bald zum Alptraum fürs junge Essener Team, denn Herff nutzte seine Qualitäten bei Gegenstößen sehr effektiv aus und erzielte bis zum Schlusspfiff noch neun Treffer (darunter einen per Siebenmeter).

Nach dem 3:0 (4.) gabs zuerst aber ein paar Stolperfallen und den 3:4-Rückstand (10.). Dass die SGL übers 7:6 (16.) auf 11:8 (18.) und 13:9 (21.) wegziehen konnte, war vor allem der Ein-Mann-Schau von Vinzenz Preissegger zu verdanken. Essen konnte in der ersten Hälfte und nach der Pause bis zum 19:16 (35.) dranbleiben, ehe die SGL immer mehr Fahrt aufnahm. Basis für die Entscheidung waren der gute Keeper Tobias Geske und die konsequent arbeitende Deckung. Zusammen hatte Langenfeld damit einen Beton-Block, der in der zweiten Halbzeit lediglich sechs Gegentreffer hinnehmen musste,

Gleichzeitig war die Defensive mit ihren vielen Ballgewinnen die Basis fürs hohe Tempo — in dem die Gäste untergingen. Nach dem 21:16 (38.) erlaubte sich die SGL bis zum 22:16 (42.), 23:17 (45.) und 24:17 (50.) offensiv zwar eine Durststrecke, doch auf der Zielgeraden legte der Langenfelder Hochgeschwindigkeits-ICE praktisch keinen Halt mehr ein. Teilweise liefen drei oder vier Spieler auf das Tor des Gegners zu, für den der Schlusspfiff eine Erlösung gewesen sein muss. "Diese Gegenstöße haben wir intensiv geübt", sagte Leszek Hoft. Es gibt eben solche Spiele, in denen plötzlich alles wie von alleine zu laufen scheint.

SG Langenfeld: Hanke, Geske — Thöne (1), Majeres (2), Rosiak (2), Preissegger (7), S. Kniesche (4), Klimke (2), Herff (8/1), Stolley (nicht eingesetzt), Eich (4), A. Bölken (nicht eingesetzt), Pake (nicht eingesetzt), Nelte (3).

(RP)