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Motorsport: Das Pech mit dem Plattfuß

Motorsport : Das Pech mit dem Plattfuß

Motorsportler Jörg Bergmeister durfte lange auf seinen ersten Saisonsieg in der American Le Mans Series hoffen – bis kurz vor Schluss ein Reifenschaden passierte. Am Ende blieben Platz zwei und als Trost ein fabelhafter Rennrekord.

Motorsportler Jörg Bergmeister durfte lange auf seinen ersten Saisonsieg in der American Le Mans Series hoffen — bis kurz vor Schluss ein Reifenschaden passierte. Am Ende blieben Platz zwei und als Trost ein fabelhafter Rennrekord.

Nachgefragt: Vor dem Rennen war Jörg Bergmeister ein begehrter Gesprächspartner – und nachher vor allen Dingen mäßig begeistert. Foto: Porsche AG

Als der Langenfelder Jörg Bergmeister und sein US-Teamkollege Patrick Long gestern Mittag in New York beim Essen saßen, konnten sie den Dingen vor dem Abflug noch mal in Ruhe auf den Grund gehen.

Grobe Fehler im eigenen Arbeitsfeld werden sie dabei nicht entdeckt haben, denn die beiden Porsche-Werksfahrer gaben am Steuer des Porsche 911 GT 3 ihres kalifornischen Teams Flying Lizard Motorsports alles. Deshalb hatten die Titelverteidiger in der GT-Klasse der American Le Mans Series (ALMS) auch den ersten Saisonsieg vor Augen — den sie aber verpassten. Und mit Platz zwei in Lime Rock (Connecticut) konnte Bergmeister wenig anfangen: "Es passt in diesem Jahr noch nicht zusammen. Ich bin enttäuscht."

Harte Arbeit des Teams

Bergmeister ist der ALMS-Rekordsieger von Lime Rock, denn von 2006 bis 2010 konnte er auf dem ultrakurzen Kurs (2,478 Kilometer) fünf Mal hintereinander gewinnen. Dass es diesmal doppelt schwierig werden würde, deutete sich bereits im Qualifying an (Zeittraining), als die BMW-Konkurrenz nahezu eine Sekunde Vorsprung herausfuhr — eine Ewigkeit für den durch technische Maßnahmen gebremsten Porsche.

Mit dem Dauer-Thema "Balance of Performance" mochten sich die Lizards allerdings nicht aufhalten. Mechaniker und Fahrer konzentrierten sich lieber auf den Dienst in der Box und auf der Strecke — was sich auszahlte. "Wir waren das Wochenende vom Speed her sehr gut", lobte Bergmeister, "das Team hat sehr hart gearbeitet."

Aufholjagd im Verkehr

Nach dem Fahrerwechsel jagte Bergmeister den führenden BMW des Teams RLL Racing mit Dirk Müller (Burbach) und Joey Hand (Sacramento). "Der Verkehr war heftig", berichtete der 35-Jährige, der gut eine halbe Stunde vor dem Ende des Rennens 14 Sekunden Rückstand hatte. Klar: Ans Aufgeben dachte er längst nicht. Passend dazu lieferte Bergmeister in der 144. Runde mit 51,501 Sekunden eine Fabelzeit ab, die nicht nur die schnellste Runde 2011 war — sondern ein Rennrekord für die Geschichte von Lime Rock.

Zehn Minuten vor dem Ende der 2:45-Stunden lagen noch fünf Sekunden zwischen dem Ersten und dem Zweiten — dessen Hoffnungen sich nun aber in Luft auflösten. Wegen eins Plattfußes musste der Porsche zu einem Kurz-Aufenthalt an die Box. Dort legten die Lizards einen perfekten Radwechsel hin und weil Bergmeister bloß 20 Sekunden nach dem Sieger ankam, war er erst recht enttäuscht. Beim Essen mit Patrick Long dürfte eins klar gewesen sein: Am 24. Juli greifen die Lizards beim vierten Lauf 2011 in Mosport (Kanada) wieder an.

(RP/rl)