Handball : Das Hindernisrennen

Den Handball-Verbandsligisten SG Langenfeld erreichte vor der Partie bei der Cronenberger TG die nächste Hiobsbotschaft. Wegen eines Kreuzbandrisses fällt Torhüter Tobias Kottwitz für den weiteren Aufstiegskampf aus.

Eine Saison lässt sich grob planen und die Richtung in etwa vorgeben. So war es nach den beiden vergangenen Serien auch beinah logisch, dass der Handball-Verbandsligist SG Langenfeld (SGL) diesmal den Aufstieg in die Oberliga als Ziel hat. Voraussetzung: Es darf personell nicht besonders viel passieren.

Doch genau hier trifft es das Team um Trainer Heino Kirchhoff besonders hart. Der Titelkandidat liegt zwar vor dem Spiel bei der Cronenberger TG (heute, 18 Uhr) ungeschlagen an der Tabellenspitze, doch der restliche Kampf um den Aufstieg droht ein echtes Hindernisrennen zu werden.

Die Kette der heftigen Zwischenfälle begann am 27. November 2010, als Rückraumspieler Fabian Düllberg in der Partie gegen die HSG Rade/Herbeck eine Schulterverletzung erlitt — die ihn für mehrere Wochen außer Gefecht setzte. Erst am 15. Januar kehrte der 25-Jährige vorsichtig ins Team zurück, dass ihn dringend braucht.

Mitten in einer längeren Pause steckt noch Sven Kniesche, der sich erst vor einer Woche beim glatten 32:17 über den TV Ratingen eine schmerzhafte Verletzung zuzog (Bänderriss).

Diagnose mit Verzögerung

Komplett gelaufen ist die Serie für Torhüter Tobias Kottwitz, dessen Pech genau ins Bild passt. Es war der 8. Januar und hier die 37. Minute im Finale des Kreispokals gegen die HSG Rade/Herbeck (38:21), als der Keeper mit einer Knieverletzung den Platz verlassen musste. Dreieinhalb Wochen und drei Partien verstrichen, bis Mitte dieser Woche die bittere Diagnose vorlag: Kreuzbandriss. Der 29-Jährige wird ein paar Monate fehlen und in dieser Saison sicher nicht mehr zwischen die Pfosten zurückkehren. Ungewiss ist, wie lange der erkrankte Kreisläufer Tobias Justen (Sportverbot) pausieren muss.

Ein Einsatz gegen Cronenberg kommt aber nicht in Frage. Kirchhoff hofft, dass wenigstens Linkshänder Christian Majeres (zuletzt wegen einer Trommelfell-Verletzung außer Gefecht) ins Aufgebot zurückkehren kann.

Durchbeißen gefragt

Trotz der angespannten Lage sieht der SGL-Coach keinen Grund, vom Saisonziel abzurücken. "Jammern hilft uns überhaupt nicht", betont Kirchhoff, "wir müssen uns durchbeißen. Ich erwarte, dass wir in Cronenberg klar gewinnen." Was anderes wäre auch kaum vorstellbar, denn die Hausherren gehören als Elfter (9:19 Punkte) nicht zu den Top-Teams. Für Langenfeld (26:2) gehts unter anderem darum, das nächste Zeichen an die Verfolger Unitas Haan (24:4) und TuS Lintorf (23:5) zu senden. Jeder Ausrutscher kann schließlich eine grobe Planung schnell zum Einsturz bringen.

(RP)
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