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Lokalsport: Das größte Abenteuer: Le Mans ist verrückt

Lokalsport : Das größte Abenteuer: Le Mans ist verrückt

Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister startet heute in Frankreich bereits zum 16. Mal beim berühmten 24-Stunden-Rennen.

Zu diesem Ereignis passt nur ein Superlativ. In Umlauf gebracht hat ihn das US-Magazin "National Geographic", das die 24 Stunden von Le Mans mal als größtes Sport-Ereignis der Welt bezeichnet hat - vor den Olympischen Spielen, dem Super Bowl im American Football oder dem Wimbledon-Turnier im Tennis. Jörg Bergmeister widerspricht nicht. "Das ist das Nonplusultra", sagt der 42 Jahre alte Langenfelder, der sich beim berühmten Rennen im Département Sarthe im Nordwesten von Frankreich gut auskennt - auch mit den Siegerzeremonien. Nach dem zweiten Platz beim Debüt von 2002 gelang ihm 2004 der Sieg in der GT-Klasse - ein Meilenstein in der Karriere. Weitere zweite Ränge kamen in den Jahren 2005 und 2013 hinzu. Von 2002 bis 2016 war Bergmeister 15 Mal in Folge in Le Mans dabei, ehe der Porsche-Einsatzplan 2017 für den Werksfahrer andere Schwerpunkte setzte. Jetzt ist der Motorsportler aus Leidenschaft zurück. Fürs deutsche Team "Project 1" aus Lohne teilt er sich die Arbeit im Porsche 911 RSR mit dem US-Amerikaner Patrick Lindsey und dem Norweger Egidio Perfetti. Alle sind heiß aufs Rennen und fiebern dem Start heute um 16 Uhr entgegen.

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Die Vorbereitungen auf den Saison-Höhepunkt haben vor Monaten begonnen. "Project 1" hat viel Erfahrung im Motorsport, ist aber neu in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (World Endurance Championship/WEC), zu der auch Le Mans gehört. Der erste Lauf 2018 war das Sechs-Stunden-Rennen Anfang Mai im belgischen Spa-Francorchamps, das Licht und Schatten bot. Der Project-Porsche schien sogar für einen Podiumsplatz in Frage zu kommen, doch ein technisches Problem und der lange Reparatur-Halt nach einem Unfall verhinderten ein Top-Resultat. Am Ende wurde es Platz neun - und die Ziel-Ankunft als wichtigster Punkt war erreicht. Bergmeister, Lindsey und Perfetti deuteten an, dass sie im rund 500 PS starken Dienstwagen konkurrenzfähig sind.

Jörg Bergmeister hält sich seit Montag in Le Mans auf. Es begann relativ unspektakulär mit der technischen Abnahme, für die der "Automobile Club de l'Ouest" (ACO) strenge Regeln aufgestellt hat. Anschließend ging es im freien Training zur Sache, ehe der Qualifying-Start am Mittwochabend einen ersten Schlagabtausch bot. Bergmeister belegte mit 3:52,985 Minuten für die 13,269 Kilometer den fünften Platz, war aber nicht glücklich: "Leider habe ich keine richtig schnelle Runde zusammenbekommen. Es fing gut an, aber dann hatte ich in allen drei gefahrenen Runden so viel Verkehr, dass eine schnelle Zeit nicht möglich war." In den beiden Qualifyings am Donnerstag deutete sich bald an, dass keine Verbesserung mehr gelingen würde. Also stand eher die direkte Renn-Vorbereitung auf dem Programm: "Das Auto fühlte sich sehr gut an, und ich schaue positiv auf das Rennen."

Die traditionelle Fahrerparade gestern Nachmittag in der Stadt war die letzte Gelegenheit zum Durchatmen - und die Fahrer genossen den Termin. Was ab heute Nachmittag ein guter Plan ist, weiß Bergmeister: Die optimale Balance zwischen Geschwindigkeit, Risikobereitschaft und Vernunft muss es sein. Anders ausgedrückt: Die Fahrer sollen/wollen sich nach Möglichkeit aus heiklen Situationen heraushalten, um in der entscheidenden Phase um den Sieg kämpfen zu können. "Aber Le Mans kannst du nicht kalkulieren", betont Bergmeister, "das ist jedes Mal ein großes Abenteuer." Klar: Gemeinsam mit allen bei "Projcet 1" wird er alles für ein optimales Resultat geben. Und sollte es tatsächlich zum ganz großen Wurf reichen, ist Le Mans erst recht das bedeutendste Sport-Ereignis der Welt.

(RP)