Fußball : Das brutale Finale

Fußball-Landesligist TuSpo Richrath war gegen den TSV Eller 04 trotz Unterzahl auf dem Weg zu einem Punkt. Dann gabs in der Nachspielzeit einen Strafstoß, den Jan Conradi hielt. Aber Dennis von Wilmsdorff setzte nach – 1:2.

Wer es mit dem Fußball-Landesligisten TuSpo Richrath hält, braucht im Moment eine große Portion Leidensfähigkeit. Das Team von Trainer Ganija Pjetrovic, das als Drittletzter sehr stark gefährdet ist, kommt im Kampf um den Klassenerhalt einfach kein bisschen voran. Die Partie gegen den Aufsteiger TSV Eller 04 machte gestern alles noch schlimmer, denn Richrath verlor nach einer äußerst turbulenten Schlussphase mit 1:2 (0:0).

Kurz vor dem Ende schien die Welt in Ordnung zu sein, als Jens Weidenmüller für die personell dezimierten Gastgeber sehenswert das 1:1 erzielte (80.). Dann aber entschied der Unparteiische Stefan Niehüser (Essen) nach einer Aktion von Jan Weidenmüller in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf Strafstoß und die Leiden der Hausherren gingen in die nächste Runde. Dennis von Wilmsdorff trat an – und TuSpo-Schlussmann Jan Conradi wehrte den Strafstoß brillant ab. Kleiner Haken mit großen Folgen: Weil kein Richrather aufpasste, durfte der Düsseldorfer nachsetzen und per Heber das entscheidende Tor erzielen. Mit dem späten Treffer brach für die Richrather alles zusammen, was sie sich vorher durch Leidenschaft erarbeitet hatten.

Körs im zweiten Versuch

Dicke Chancen für TuSpo blieben lange eine echte Rarität, denn nach dem Kopfball von Michael Forisch (6.) sprang wenig heraus. Auf der anderen Seite standen Jens Weihrauch (7.), Florian Körs (24.), Tarek Ben Larbi (32.) und Vitali Gelzer (33.) dicht vor der Führung für Eller, das zudem einen Traumstart in die zweite Hälfte hinlegte. Den Gelzer-Versuch wehrte Conradi ab, doch gegen den Nachschuss von Florian Körs war wenig auszurichten – 0:1 (48.). Als der bereits verwarnte Azzedine Boulahrouz kurz darauf nach einem Zweikampf in einer ungefährlichen Zone die Gelb-Rote Karte sah (54.), schien TuSpo bereits geschlagen zu sein.

Kein Vorwurf ans Team

Eller übernahm immer mehr das Kommando – und begann sich alsbald in seiner Überlegenheit einzurichten. Das halbherzige Vortragen von Angriffen hätte der Richrather Einsatz beinah bestraft, ehe das unglückliche Finale die Lage im Tabellenkeller weiter verschärfte. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", fand Pjetrovic, "sie hat alles gegeben. Und ich glaube nicht, dass man da am Ende einen Elfer geben muss. Aber das hilft ja jetzt alles nichts. Es wird immer schwieriger für uns." Wer es mit TuSpo Richrath hält, braucht eben zurzeit ganz viel Leidensfähigkeit.

(RP)