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Fußball: Das Aus: TuSpo Richrath meldet seine Bezirksliga-Fußballer ab

Fußball : Das Aus: TuSpo Richrath meldet seine Bezirksliga-Fußballer ab

Der radikale Schritt kam nach vier hohen Niederlagen fast erwartet. In einer Krisensitzung zog der Vorstand die Reißleine. Wie es weitergeht, ist noch offen.

Und nun ist es doch passiert. Nach nur vier Spielen und 40 Gegentoren zieht der Fußball-Bezirksligist TuSpo Richrath seine Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb zurück. Alle bisherigen Partien des Landesliga-Absteigers werden aus der Wertung genommen - das 0:8 gegen Hilden-Nord, das 0:7 bei RW Lintorf, das 0:6 gegen den TuS Bösinghoven II und das 0:19 beim Rather SV. Für den erst vor Kurzem gekommenen Trainer Achim Nohlen ist das Engagement in Richrath beendet.

Die Entwicklung hatte sich seit dem Beginn der Saison abgezeichnet. Nach dem 0:19 in Rath war dann zum ersten Mal von einem vorzeitigen Abtreten die Rede - kein Wunder. Zur Halbzeit dieser Partie waren schließlich drei Spieler in der Kabine geblieben, seil sie die Demütigung nicht mehr ertragen konnten. Und tatsächlich sind es ja die Spieler, die am meisten unter dem Richrather Versagen in den vergangenen Jahren leiden und die Folgen der katastrophalen finanziellen Entwicklung leiden mussten. Nach Aussage des Richrather Vorsitzenden Rainer Broichgans wollte das Team jetzt trotzdem noch weiterspielen - was die Vereinsführung ablehnte. "Wir haben eine Fürsorgepflicht", erklärt Broichgans, "spätestens nach den abzusehenden Niederlagen gegen Reusrath und Berghausen wären die Köpfe der Mannschaft immer weiter abgesunken." Deshalb setzte sich der Vorstand in einer Krisensitzung über den Willen des Teams hinweg und beschloss den sofortigen Ausstieg.

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Klar ist, dass der Verzicht auf die Bezirksliga viel zu spät kommt. Broichgans, der vor Saisonbeginn noch stolz verkündete, gegen alle Kritik sogar zwei Teams aufbieten zu können, ist heute selbst der Meinung, dass lediglich eine Mannschaft in der Kreisliga B die bessere Entscheidung gewesen wäre: "Ich hätte das anders entschieden, wenn ich zum Zeitpunkt der Meldung schon an Bord gewesen wäre." Vorübergehend sonnten sich die Richrather trotzdem in ihrem "Erfolg", doch voll im Spielbetrieb zu sein. Dass sie nun derart stolpern, wirkt umso peinlicher.

"Ich wusste, dass es schwer werden würde. Dass es aber so schwer ist, hätte ich nicht gedacht", sagt Broichgans. Dieser Satz ist so oder ähnlich in Richrath nicht zum ersten Mal zu hören. Der Ablauf: Jemand geht motiviert an das Thema TuSpo heran und zieht irgendwann die Reißleine. Bei Broichgans ist es soweit noch nicht. Er weiß sehr gut, dass der Rückzug der einzig richtige Schritt war, um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden.

Nun muss Broichgans gemeinsam mit dem kommissarischen Sportlichen Leiter Uwe Gehlhaar die Kaderplanung für die nächste Saison aufnehmen. Das hört sich ebenfalls nicht neu an. Einen langen Vorlauf hatte Richrath schon in der vergangenen Saison - und scheiterte gewaltig. Es bleibt abzuwarten, wie es wirklich weitergeht.

(mol-)