Lokalsport: Daniel Gerhardt und die Aktion Neustart

Lokalsport : Daniel Gerhardt und die Aktion Neustart

Trainer betritt als vierter Mann die Kommandobrücke des HSV Langenfeld II. Es gibt kaum Hoffnung auf Rettung in der Fußball-Kreisliga A, aber nach einer umfangreichen Werbe-Aktion für den Rest der Saison ein komplettes Team.

Die Hinrunden-Bilanz des Fußball-Kreisligisten HSV Langenfeld II sieht beängstigend aus. 13 Mal lief der Tabellenletzte in dieser Saison bislang auf und 13 Mal ging er als Verlierer vom Platz. Dabei musste Langenfeld 84 Gegentore hinnehmen — was einen Schnitt von 6,5 Gegentreffern pro Begegnung bedeutet. Neben der katastrophalen sportlichen Bilanz ist allerdings auch der Verschleiß an Trainern bei der Langenfelder Reserve bemerkenswert. In der Vorbereitung auf die Saison stand auf der Kommandobrücke zuerst noch HSV-Urgestein Kersten Klein — der die Mannschaft im Jahr zuvor (damals Aufsteiger) auf Rang fünf geführt hatte.

Früher: Daniel Gerhardt hat eine Vergangenheit als Spieler des HSV, bei dem er 2008 als Kapitän am Aufstieg zur Landesliga beteiligt war – und dann drei Jahre lang im Abstiegskampf zum Teil viel Leidensfähigkeit lernte. Foto: Matzerath (ARCHIV)

Dann stellte Klein fest, dass nach einem beachtlichen Aderlass an Spielern künftig wenig zu gewinnen sein würde. Weil sich diese Annahme beim eigenen Saison-Vorbereitungsturnier noch einmal verfestigte, schmiss Klein kurz vor dem Meisterschafsstart die Brocken hin. Es folgte Manuel Jimenez, der nach eigenen Angaben einige Spieler mitbringen und spätestens nach der Winterpause eine wettbewerbsfähige Elf ins Rennen schicken wollte.

Als Jimenez nach wenigen Wochen aus gesundheitlichen Gründen wieder zurückziehen musste, erklärte sich Markus Müller (ehemals Co-Trainer von Guido Röhrig in der ersten Mannschaft) bereit, die Zweite zu übernehmen. Er schaffte es zwar, eine gute Stimmung in der Mannschaft zu erzeugen, konnte den ersten Zähler aber auch nicht aufs Punktekonto zaubern. Nun folgt auf Müller, der den Posten ohnehin nur kommissarisch übernommen hatte, ein alter Bekannter an der Burgstraße: Daniel Gerhardt.

Gerhardt wirkte bis zuletzt noch beim Lokalrivalen GSV Langenfeld mit und wollte eigentlich erst zur neuen Saison beim alten Verein einsteigen. Weil Gerhardt jedoch seine aktive Karriere wegen einer Verletzung früher als geplant beenden musste, kann er bereits jetzt die schwierige Aufgabe beim HSV in Angriff nehmen. "So habe ich ein halbes Jahr mehr Zeit, hier etwas aufzubauen", erklärt Gerhardt, der direkt Nägel mit Köpfen macht.

Im Grunde bestand der Kader der zweiten Mannschaft nur noch aus drei festen Kräften, zu denen an Spieltagen immer wieder Spieler aus den Alten Herren, der ersten Mannschaft oder der Jugend stießen. Gerhardt ist es gelungen, zahlreiche frühere HSV-Spieler wie Dennis Klingberg, Luciano Lio und Dennis Maassen zurückzuholen. Darüber hinaus konnte er über persönliche Kontakte Spieler wie Tobias Kirchhoff, Denis Nawroth oder Sven Eiben überzeugen, sich noch einmal für den Verein einzusetzen.

Unter dem Strich steht nun für den zweiten Teil der Meisterschaft ein Aufgebot von 21 Spielern zur Verfügung. "Das wird jetzt trotzdem kein Selbstläufer. Viele von den Jungs haben lange nicht mehr gespielt, die müssen alle erst mal wieder fit werden. Das ist nichts, was man in fünf Wochen hinbekommt, das wird mehrere Monate dauern", betont Gerhardt, den der bisherige Co-Trainer Heiko Schornstein unterstützt. Obwohl es für den Klassenerhalt nicht mehr reichen dürfte, keimt beim HSV dennoch neue Hoffnung. Und die heißt, am Ende der laufenden Saison wenigstens etwas mehr als nichts auf dem Punktekonto vorfinden zu können.

(mroe)
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