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Corona: Zwangspause im Spielbetrieb bis Ende des Jahres 2020

Handball in der Pandemie : Das sind mögliche Szenarien für die Regionalliga

Seit Mittwoch sind immer mehr Ligen unterhalb des Profi-Daseins der Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes gefolgt, in diesem Jahr nicht mehr zu spielen. Ein Trio der Regionalliga Nordrhein hat immerhin für seine Spielklasse Konzepte erarbeitet, wie es weitergehen könnte.

Darüber, wie die Saison ausgespielt werden kann, haben sich Vertreter der Regionalliga Nordrhein unter der Federführung von Alexander Zapf (HG Remscheid), Bastian Schlierkamp (SG Ratingen) und Simon Breuer (BTB Aachen) schon sehr konkrete Gedanken gemacht. In einem Positionspapier, das unserer Redaktion vorliegt, sind drei Szenarien mit unterschiedlichen Modi beschrieben, die die Initiatoren am Mittwochabend in einer Videokonferenz mit allen Vereinen der Nordrheinliga besprachen. Im Überblick:

Szenario 1 Der Verband sichert zu, dass der Spielbetrieb ab spätestens Februar wiederaufgenommen werden kann. In diesem Fall könne die Saison fortgesetzt werden mit dem Ziel, die Hinrunde zu beenden, um eine faire Bewertungsgrundlage zu haben. Es soll keine Absteiger, aber einen Aufsteiger geben. Wichtig, weil bislang nicht möglich: Vereine, die aufgrund gesundheitlicher Bedenken nicht antreten wollen, dürfen ihre Mannschaft kostenlos zurückziehen, ihre bisherigen Ergebnisse werden nicht gewertet.

Szenario 2 Ein Zeitpunkt der Wiederaufnahme ist unklar, der Verband möchte aber einen Aufsteiger aus­spielen. Dann sollte – so das Positionspapier – den Vereinen freigestellt werden, ob sie spielen möchten, wer das nicht will, soll keine Nachteile haben. Dieses Szenario könnte in vier verschiedenen Modi ausgespielt werden: a) Jeder gegen Jeden, der Erste steigt in die 3. Liga auf; b) zwei bis drei Vierergruppen mit anschließenden Play-Offs, die je nach Zeit gestreckt oder gekürzt werden können; c) Play-Offs nach Vorbild der amerikanischen Football-Liga mit einer Setzliste, die vorher ausgelost wird; d) die Vereine melden entweder für eine Aufstiegsrunde, aus der der Sieger am Ende aufsteigt, oder für regionale Gruppen, in denen es nicht um Ab- und Aufstieg, sondern um das Spielen an sich geht.

Szenario 3 Falls der Verband keine Aussagen zum weiteren Spielbetrieb machen will und keine Perspektiven aufzeigen kann, würden die „Willigen“ unter den Klubs ein eigenes Aufstiegsszenario organisieren, um auch dem DHB zu signalisieren, dass sie Interesse an einer semi-professionellen Arbeit hätten.

Der Hintergrund In dem Positionspapier heißt es: „Uns allen ist klar, dass niemand verlässliche Aussagen zur Zukunft des Pandemiegeschehens geben kann. Dennoch sollte es einen Plan geben, an dem sich alle Beteiligten orientieren können.“ Das hatte Schlierkamp als Geschäftsführer der SG Ratingen bereits vor rund zwei Wochen im Gespräch mit unserer Redaktion angemahnt und hat nun selbst an einer möglichen Lösung mitgearbeitet. „Es ist unser Anliegen, dass diese Vorschläge als eine Art Arbeitshypothese dienen, die im Diskurs mit möglichst allen Vereinen und zuständigen Verbandsfunktionären weiter ausgearbeitet werden können“, heißt es in dem Papier.

Darin verdeutlichen die Initiatoren auch: „Die Lage ist ernst. Der Amateur-Handballsport in ganz Deutschland befindet sich in einer Krise. Die Verantwortlichen aller Vereine und Verbände haben in den letzten Monaten unglaublich viel Arbeit und Engagement in die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs gelegt. Spätestens durch das Verbot des Kontaktsports durch die Bundesregierung, das am 2. November in Kraft getreten ist, stellt sich nunmehr die Frage, wie es in unserem Sport weitergeht.“

Sorge bereite die „Perspektivlosigkeit, die sportliches und wirtschaftliches Handeln extrem erschwert, gar unmöglich macht. Diese wird zeitnah dazu führen, dass vorhandene Strukturen nachhaltig geschwächt werden und der Handballsport ein großer Verlierer der Pandemie sein wird.“ Daher sei es „Zeit zu handeln, um Vereinen, Sportlern, Sponsoren und Fans diese so wichtigen Perspektiven aufzuzeigen“. Dazu diene das Positionspapier.